Neuraltherapie

Die Neuraltherapie wurden in den 1930er Jahren von den Gebrüdern Huneke entdeckt. Es gibt verschiedene Varianten, wir setzen die Neuraltherapie als Lokalbehandlung zu schmerztherapeutischen Zwecken ein. Hierfür wird gezielt ein lokales Betäubungsmittel (etwa Procain oder Lidocain) meist oberflächlich unter die Haut direkt dorthin gespritzt („gequaddelt“), wo der Schmerz sitzt, so etwa am Rücken in die Muskeln, die die Dornfortsätze umgeben. Durch diese lokale Betäubung kann oft schon den Teufelskreis des Schmerzgeschehens durchbrochen und damit die Schmerzursachen beseitigt werden. Denn Schmerz führt zur Verkrampfung, was wiederum eine verminderte Durchblutung und die Freisetzung von bestimmten entzündungsfördernden Botenstoffen zur Folge hat. Das injizierte Schmerzmittel erweitert u.a. die Gefäße, sodass wieder mehr Blut in die behandelte Region fließt.

So läuft die Behandlung ab

Nach eingehender Untersuchung, bei der auch die genaue Schmerzregion ermittelt wird, erfolgt eine Injektion direkt in den Ort des Schmerzgeschehens. Meist ist eine Behandlung ausreichend. Hat die Injektion zunächst eine deutliche Besserung bewirkt, die jedoch nach einigen Stunden allmählich nachlässt, empfiehlt sich gegebenenfalls eine zweite Injektion. Weitere Behandlungen sind im Allgemeinen nicht sinnvoll. Die Injektion ist weitgehend schmerzfrei und gut verträglich. Viele Patienten berichten von einem Gefühl der Wärme oder Leichtigkeit. Das Lokalanästhetikum wird vom Körper sehr schnell abgebaut (weniger als eine Stunde). Nicht angewendet werden darf die Therapie, wenn eine Unverträglichkeit des Lokalanästhetikums besteht sowie wenn eine Infektionskrankheit, Krebserkrankung, Blutgerinnungsstörung oder eine psychische Erkrankung besteht.

Häufige Einsatzgebiete

  • (Funktionelle) Schmerzen im Bewegungsapparat, z.B. Schmerzen Halswirbel- oder Lendenwirbelsäulenbereich, Hüft- und Muskelschmerzen
  • Bänderzerrungen
  • Knochenhauterkrankungen
  • Amputationsschmerz
  • Narbenschmerzen