Gefährdetes Schultergelenk

Meist ist es uns nicht bewusst, aber praktisch an jedem „Handgriff“ und an jeder Bewegung unseres Oberkörpers sind unsere Schultern entscheidend mitbeteiligt. Seine unvergleichliche Beweglichkeit verdankt das Schultergelenk seiner speziellen Anatomie: Es ist nicht wie die anderen großen Gelenke des Körpers knöchern fixiert, sondern wird im Wesentlichen durch die umgebenden Weichteile (Muskeln, Bänder, Gelenkkapsel) geführt und stabilisiert. Diese außergewöhnliche „Konstruktion“ ist aber auch der Grund, weshalb das Schultergelenk zu den besonders verletzungs- und überlastungsgefährdeten Gelenken zählt. In der Regel sind weniger das Innere des Gelenks, sondern eher die Gelenkkapsel und/oder Weichteile betroffen.

Einige Strukturen des Schultergelenks, wie z.B. die Rotatorenmanschette und die lange Bizepssehne (die den Bizepsmuskel oberhalb der Schultergelenkspfanne am Schulterblatt befestigt) ziehen durch eine anatomische Engstelle (suacrominale Enge) im Schultergelenk. Dies macht sie anfällig für degenerative Veränderungen. Häufige Krankheitsbilder sind Reizzustände und Risse der Rotatorenmanschette, aber auch das Impingement-Syndrom, bei dem der von Natur aus enge Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach krankhaft eingeengt ist. Als Folge kommt es zu einer schmerzhaften Einklemmung der unter dem Schulterdach verlaufenden (Supraspinatus-)Sehne. Zudem können knöcherne Veränderungen im Schulterdach oder Kalkdepots zu einer Einklemmung von Sehnen führen. Je später diese Verschleißerscheinungen erkannt und behandelt werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass nur noch eine Operation hilft, um die Funktionsfähigkeit der Schulter wieder herzustellen und die Beschwerden langfristig in den Griff zu bekommen. Umso wichtiger ist es, sich bei Schulterbeschwerden frühzeitig in orthopädische Behandlung zu begeben.

Lange Zeit zog eine Schulteroperation eine langwierige Erholungsphase nach sich. Inzwischen lassen sich viele Schultererkrankungen und -verletzungen jedoch minmal-invasiv mithilfe von endoskopischen bzw. arthroskopischen Techniken operativ beheben, sodass der Eingriff schonender ist und die Rekonvaleszenz nur noch wenige Wochen beträgt. Dieses technisch sehr anspruchsvolle Verfahren gehört im MVZ im Helios zu den operativen Standardtherapien.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Schulter“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.2 Schulter