Sprunggelenkarthrose

Das Sprunggelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen Fuß und Unterschenkel und besteht aus zwei Teilgelenken: das obere Sprunggelenk (OSG) und das untere Sprunggelenk (USG). Weil auf ihm beim Stehen, Gehen oder Laufen das gesamte Körpergewicht lastet, gehört es zu den besonders belasteten Gelenken. Dementsprechend kann auch Übergewicht – wie z.B. beim Kniegelenk – vorzeitigen Verschleißerscheinungen des Sprunggelenks Vorschub leisten. Auch eine Osteochondrosis dissecans, bei sich kleine abgestorbene Knorpel-/Knochenteile im Sprunggelenk lösen und einen Defekt in der Gelenk- bzw. Knorpeloberfläche hinterlassen, können eine Arthrose des Sprunggelenks auslösen.

In der Mehrzahl der Fälle geht eine Sprunggelenksarthrose jedoch auf eine konkrete Ursache, und zwar meist auf eine nicht oder nicht ausreichend behandelte Verletzung zurück. Hiervon sind oft Sportler betroffen, die sich beim Handball, Fußball oder Basketball einen Bänderriss oder einen Außenknöchelbruch zugezogen haben – ein Vorfall, der vielleicht schon viele Jahre zurückliegt, bevor sich die ersten Arthrosesymptome bemerkbar machen. Sprunggelenksverletzungen sollten deshalb grundsätzlich konsequent behandelt werden: Auf diese Weise lässt sich am besten das Risiko für die Entstehung einer Sprunggelenksarthrose vermeiden.

Krankheitsverlauf

Der Verlauf einer Sprunggelenksarthrose ist wie bei allen anderen arthrotisch veränderten Gelenken im Wesentlichen der gleiche: Bleibt die Erkrankung unbehandelt, schreitet die Knorpeldegeneration weiter fort und es droht die Entstehung von knöchernen Ausziehungen, aber auch die Auflösung oder Verformung von Knochen mit den charakteristischen Krankheitszeichen. Ebenso sind die Beschwerden arthrosetypisch: Anlauf- und Belastungsschmerzen nehmen allmählich zu, und die Beweglichkeit nimmt ab – im Extremfall kommt es zu einer vollständigen Einsteifung des Gelenks. Manche Patienten mit einer ausgeprägten Sprunggelenksarthrose können schließlich die Ferse nicht mehr auf den Boden setzen (Spitzfußstellung).

Wie wird behandelt?

Im Anfangsstadium versuchen wir im MVZ im Helios die Beschwerden durch konservative Behandlungsmaßnahmen wie orthopädische Einlagen, spezielle Abrollhilfen, Gehstützen zur Entlastung, orthopädisches Schuhwerk (Arthrodesenschuh) sowie physiotherapeutische Maßnahmen zu beheben, die darauf abzielen, die Beweglichkeit im Sprunggelenk zu verbessern. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente können helfen, wenn eine ausgeprägte Entzündung im Sprunggelenk besteht. Wenn die Schmerzen auf diese Weise nicht (mehr) zufriedenstellend gelindert werden können oder die Beeinträchtigungen durch Knochenvorsprünge bzw. die Einsteifung des Gelenks zu belastend sind, schlagen wir unseren Patienten meist eine Operation vor. In vielen Fällen ist heute eine gelenkerhaltende Vorgehensweise möglich. So können die Beschwerden, je nach Stadium, bereits durch eine Spülung des Gelenks sowie die Abtragung der schmerzhaften Knochenvorsprünge im Rahmen einer Arthroskopie nachhaltig gelindert werden. Die Implantation einer Sprunggelenksprothese kommt in Betracht, wenn der Verschleiß soweit fortgeschritten ist, dass das Gelenk seine Beweglichkeit weitgehend eingebüßt hat (Versteifung).

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat Broschüren zu den Fachbereichen „Sprunggelenk“ und „Fuß“ veröffentlicht. Beide können Sie hier als PDF herunterladen.

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2.5 Sprunggelenk | Fuss