Problemzone Lendenwirbelsäule

Jeder zweite Besuch beim Orthopäden hat seinen Grund in Rückenschmerzen. Oft gehen die Beschwerden vom unteren Teil der Wirbelsäule – der Lendenwirbelsäule – aus. Dies hat vor allem anatomische Gründe. Denn die fünf Lendenwirbel tragen die Hauptlast unserer Fähigkeit, aufrecht auf zwei Beinen durchs Leben zu gehen. Praktisch von unseren ersten Laufschritten im Kleinkindalter an müssen sie sehr hohe mechanische Belastungen abpuffern – und sind damit prädestiniert, irgendwann zu einem überlasteten Schwachpunkt zu werden. So gehen vor allem im höheren Lebensalter anhaltende oder wiederkehrende „Kreuzschmerzen“ meist auf Verschleißerscheinungen zurück. Diese sind bis zu einem gewissen Grad Folge des natürlichen Alterungsprozesses; eine ungünstige Körperhaltung und langjährige Fehlbelastungen leisten allerdings einer vorzeitigen Abnutzung Vorschub. Dabei reicht das Schmerzmuster von tief sitzenden, aber örtlich begrenzten Kreuzschmerzen bis hin zu Rückenschmerzen, die in Haut und Muskulatur, in Gefäß und/oder Beine ausstrahlen – je nachdem, welche Strukturen besonders von den degenerativen Veränderungen betroffen sind bzw. ob auch neurologische Ausfälle bestehen.

Oft sind es die kleinen Wirbelgelenke bzw. Facettengelenke (z.B. als Spondylarthrose bzw. Facettensyndrom) oder die jeweils zwischen zwei Wirbeln gelegene Bandscheibe, an denen sich der Verschleißprozess in besonderem Maße manifestiert. Dabei reichen die Schäden an der Bandscheibe von Verschleißerscheinungen des Bandscheibenfachs oder kleinen Einrissen des äußeren, bindegewebigen Rings bis hin zur Vorwölbung oder einem Vorfall des gallertigen Kerns (Bandscheibenvorwölbung, Bandscheibenvorfall), der sich im Zentrum der Bandscheibe befindet.

Der klassische Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall erzeugt Druck auf die zugehörigen Nervenwurzeln. Dadurch kommt es zu einer akuten Entzündung des betroffenen Nervs, die von heftigen Schmerzen entlang der Nervenbahn – über das Gesäß bis ins Bein – begleitet wird. Auch Gefühlsstörungen (z.B. Taubheitsgefühl, Kribbelmissempfindungen) entlang des Nervenverlaufs und sogar Lähmungserscheinungen im Bein sind möglich. Im Extremfall werden auch die Blasen- und Mastdarmfunktion in Mitleidenschaft gezogen. Aber auch wenn kein klassischer Bandscheibenvorfall vorliegt, können die Folgen einer geschädigten Bandscheibe für das Bewegungssegment, dem sie angehört, erheblich sein. Am Ende kann eine ausgeprägte Instabilität stehen, die die gesamte Biomechanik der Wirbelsäule beeinträchtigt.

Problemzone Halswirbelsäule

Nicht nur die Lendenwirbelsäule, sondern auch die Halswirbelsäule ist anfällig für schmerzhafte Funktionsstörungen. Neben Spätfolgen durch Verletzungen (z.B. „Schleudertrauma“ infolge eines Autounfalls) sind es vor allem Verschleißerscheinungen an den knöchernen Elementen der Halswirbelsäule oder an der zwischen den einzelnen Halswirbeln gelegenen Bandscheibe, die Probleme verursachen – und dann zu ähnlichen Krankheitsbildern mit all den belastenden Konsequenzen führen können wie die oben beschriebenen Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Dabei reichen die Folgen von starken Verspannungen der Nacken-, Hals- und/oder Armmuskulatur, (Spannungs-)Kopfschmerzen, (zervikalem) Schwindel und Ohrgeräuschen (Tinnitus) bis hin zu ausstrahlenden Schmerzen in Schulter und Arme. Ebenso sind Lähmungserscheinungen oder ein Kraftverlust im Arm oder in der Hand möglich.

Eine exakte Diagnose – Voraussetzung für den Behandlungserfolg

Chronische Schmerzzustände durch Verschleißerscheinungen im Hals- oder Lendenwirbelsäulenbereich gehören zu den großen medizinischen Herausforderungen und ziehen oft eine langwierige Behandlung nach sich. Dabei hängt der Erfolg der Therapie nicht zuletzt von einer exakten Diagnose ab. Umso wichtiger ist es, durch eine sorgfältige Untersuchung die Ursache abzuklären und festzustellen, wo das Problem genau lokalisiert ist bzw. welche Strukturen der Wirbelsäule (noch) beteiligt sind. Im MVZ im Helios setzen wir als Ergänzung zur körperlichen Untersuchung deshalb oft auch bildgebende Verfahren wie Röntgenstrahlen, Computer- oder Kernspintomographie ein. Liegen uns alle Untersuchungsergebnisse vor, legen wir gemeinsam mit dem Patienten die geeignete Therapiestrategie fest. Wenn möglich, gehen wir nach einem therapeutischen Stufenplan vor. Zunächst setzen wir auf konservative Therapien wie medikamentöse Schmerztherapie oder Injektionsbehandlungen, aber auch verschiedene physikalische Maßnahmen und/oder Krankengymnastik. Lassen sich die Beschwerden auf diese Weise nicht nachhaltig lindern, kann ein operativer Eingriff Erleichterung bringen. Moderne Methoden erlauben uns heute in vielen Fällen minimal-invasiv vorzugehen und damit die üblichen Operationsrisiken auf ein Minimum zu reduzieren. Minimal-invasive, endoskopische und mikrochirurgische Techniken gehören zu den Schwerpunkten unseres operativen Leistungsspektrums. Die Wirbelsäulenspezialisten des MVZ im Helios verfügen alle über eine langjährige Erfahrung und genießen auch in Fachkreisen einen exzellenten Ruf.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule