ADCT – Regeneration mit körpereigenen Bandscheibenzellen

Die Transplantation von körpereigenen Bandscheiben-Knorpelzellen, kurz ADCT (autologe Bandscheiben-Diskus Chrondozyten Transplantation), ist ein neuartiges Verfahren zur Regeneration einer stark geschädigten oder vorgefallenen Bandscheibe nach einer Bandscheibenoperation. Die ADCT erfolgt als Injektionsbehandlung unter örtlicher Betäubung.

Ziel der Behandlung

Eine Bandscheibenoperation zielt darauf ab, durch die Entfernung des vorgefallenen Bandscheibengewebes bedrängte Nerven vom Druck zu entlasten – ein zwar in den meisten Fällen sehr effektiver Eingriff, der jedoch immer einen unwiederbringlichen Substanzverlust der Bandscheibe zur Folge hat. Die dadurch bedingte Höhen- und Volumenminderung vermag die Bandscheibe selbst nicht zu kompensieren. So kann es passieren, dass der Abbauprozess weiter fortschreitet, wodurch über kurz oder lang das gesamte Gefüge des betroffenen Bewegungssegments Schaden nimmt. Damit einher gehen erneute Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen, die meist eine weitere Bandscheibenoperation nach sich ziehen. Mit der Transplantation von körpereigenen Bandscheibenzellen können die Patienten diesem Teufelskreis endlich entkommen: Durch die Injektion der zuvor in einem speziellen Zellkulturverfahren vermehrten Bandscheibenzellen direkt in die betroffene Bandscheibe bildet sich innerhalb kurzer Zeit gesundes Bandscheibengewebe, das den Substanzverlust optimal ausgleicht. Dadurch wird die Funktionseinheit der einzelnen Elemente des Bewegungssegments wiederhergestellt und ein Fortschreiten der Verschleißerscheinungen wird gestoppt. Für den Betroffenen bedeutet dies: keine Schmerzen und Bewegungseinschränkungen – und damit auch keine weitere Operation mehr.

Entscheidend für den Therapieerfolg sind sowohl eine exakte Diagnose als auch spezifische Fachkenntnisse des Operateurs.

So läuft die Behandlung ab

Das ADCT-Verfahren umfasst drei Behandlungsschritte:

  1. Am Beginn steht die Entnahme von Bandscheibengewebe, aus dem später das Transplantationsmaterial gewonnen wird. Diese erfolgt üblicherweise im Rahmen der Bandscheibenoperation, und zwar aus dem Teil des Bandscheibengewebes, das entfernt werden muss.
  2. Als Nächstes wird das entnommene Bandscheibengewebe in einem Speziallabor einem aufwändigen Zellkulturverfahren unterzogen, um so gesunde Knorpelzellen zu isolieren und zu vermehren. Dieser Prozess erfolgt unter sterilen Bedingungen und höchsten Sicherheitsstandards, wie sie durch das Arzneimittelgesetz vorgegeben sind.
  3. Etwa drei Monate später werden die körpereigenen Zellen unter örtlicher Betäubung in die Bandscheibe injiziert, wo sie nun gesundes Bandscheibengewebe bilden. Durch den zeitlichen Abstand zwischen Operation und Transplantation ist sichergestellt, dass der Faserring der Bandscheibe inzwischen wieder ausreichend verheilt ist.

Vorteile

  • Das Verfahren zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit aus.
  • Erste Studienergebnisse bescheinigen der neuen Methode eine hohe Erfolgsquote von mehr als 80 Prozent.
  • Dem Fortschreiten der degenerativen Veränderung im betroffenen Bewegungssegment wird effektiv vorgebeugt, um so eine langfristige Beschwerdefreiheit zu sichern.

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Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule