Epiduralkatheter nach Prof. Racz

Die epidurale Kathetermethode wurde 1989 von Prof. Dr. med. Gabor Racz entwickelt und gehört in den USA – und inzwischen auch in Deutschland – zu den schmerztherapeutischen Standardmethoden. Haupteinsatzgebiete sind eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bandscheibenvorfall, die mit einer Nerveneinengung (Nervenkompression) einhergehen. Auch bei Schmerzen und neurologischen Erscheinungen als Folge von Narbengewebe nach einer Bandscheibenoperation (Postnukleotomiesyndrom) kann die epidurale Kathetermethode gute Dienste leisten. In der Regel raten wir erst dann zu einer Behandlung mit diesem Verfahren, wenn mit konservativen Maßnahmen keine deutliche Besserung erzielt werden konnte.

Entscheidend für den Therapieerfolg sind sowohl eine exakte Diagnose als auch die langjährige Erfahrung und spezifischen Fachkenntnisse des Operateurs.

Ziel der Behandlung

Ziel der epiduralen Kathetermethode ist eine räumliche Entlastung der komprimierten Nervenwurzeln direkt am Ort des Schmerzgeschehens, um so Entzündung und Schmerzen rasch und nachhaltig zu lindern. Hierfür werden über einen flexiblen Epiduralkatheter unter Röntgenkontrolle entzündungshemmende, schmerzlindernde und narbenlösende Substanzen (10-prozentige Kochsalzlösung, Lokalanästhetikum und Kortison) injiziert.

So läuft die Behandlung ab

Unter örtlicher Betäubung im Steißbeinbereich wird zunächst eine Sonde in den Wirbelkanal vorgeschoben, mit der der Bandscheibenschaden unter Röntgenkontrastdarstellung begutachtet wird. Als Nächstes wird ein dünner Katheter unter Sichtkontrolle eingeführt, über den dann die Einbringung der Medikamente erfolgt. Der Eingriff dauert nicht länger als 30 Minuten. Der Patient kann nach etwa einer Stunde aufstehen. Der Katheter verbleibt für ca. 48 Stunden unter einem sterilen Verband, sodass die Injektionen im Abstand von jeweils acht bis zwölf Stunden mehrmals wiederholt werden können. Auf diese Weise wird die Schwellung beseitigt und die bedrängte Nervenwurzel entlastet, ohne eine Gewebeschädigung oder Blutung hervorzurufen. Danach wird der Katheter gezogen.

Vorteile

  • In 80 Prozent der Fälle lässt sich durch dieses minimal-invasive Verfahren eine „offene“ Bandscheibenoperation vermeiden, wobei der Behandlungserfolg meist von Dauer ist.
  • Zur Durchführung der epiduralen Kathetermethode ist keine Vollnarkose erforderlich, sodass die damit verbundenen Risiken vermieden werden.
  • Es ist nur ein kurzer Klinikaufenthalt (in der Regel drei Tage) notwendig.
  • Es ist keine spezielle Nachbehandlung erforderlich.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule