IDET Intradiskale Thermo Therapie

Das Wirkprinzip des IDET-Verfahrens beruht auf Wärmeenergie und bietet sich an, wenn sogenannte diskogene Schmerzen bestehen: Die Rückenschmerzen lassen sich lokal begrenzen und setzen vor allem nach längerem Sitzen ein, wohingegen sie im Stehen oder Liegen kaum auftreten oder sich sogar bessern. In die Beine strahlen die Schmerzen jedoch nicht aus („Ischiasschmerz“). Diskogene Schmerzen gehen auf kleinere Einrisse im äußeren Bandscheibenring zurück, die Folgen eines fortschreitenden Bandscheibenverschleißes sind. Mit der Zeit rufen die Einrisse nicht nur Beschwerden hervor, sondern sie verändern auch Gewebe und Mechanik der Bandscheiben. Es kommt zu Einwucherungen von Gefäßen bzw. schmerzerzeugenden Nervenendigungen und der Bildung von Granulationsgewebe, das dann gesundes, kollagenhaltiges Bandscheibegewebe verdrängt. Der Bandscheibenring verliert seine Formstabilität, sodass sich schließlich eine Bandscheibenvorwölbung oder ein -vorfall entwickeln kann. Damit es nicht soweit kommt, sollte eine IDET-Behandlung möglichst frühzeitig erfolgen. Entscheidend für den Therapieerfolg sind sowohl eine exakte Diagnose (mittels Kernspintomographie oder einer Diskographie) als auch spezifische Fachkenntnisse des Operateurs.

Ziel der Behandlung

Anders als bei der PLDD zielt die IDET-Methode nicht auf einen Schrumpfungseffekt, sondern auf das Verschließen der kleinen Risse im Bandscheibenring. Auf diese Weise werden die Schmerzen effektiv gelindert und weiteren Bandscheibenschäden vorgebeugt.

So läuft die Behandlung ab

Unter Röntgenkontrolle wird ein dünner Katheter am inneren Faserring der Bandscheibe platziert. Dann erfolgt ein kontrolliertes Erhitzen des Katheterendes auf 70°C. Durch die Wärmeeinwirkung werden nun die sensiblen Schmerzzentren des Bandscheibenrings ausgeschaltet und die kleinen Risse verschlossen. Der Eingriff dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Der Patient kann unmittelbar nach dem Eingriff aufstehen. Es wird jedoch empfohlen, einige Tage einen speziellen Stützgürtel zur Schonung der Lendenwirbelsäule zu tragen.

Vorteile

  • Die IDET-Methode ist ein besonders risikoarmes Verfahren, da weder der Wirbelkanal eröffnet werden muss noch umliegendes Gewebe geschädigt oder entfernt wird.
  • Es ist keine Vollnarkose notwendig, sodass die damit verbundenen Risiken vermieden werden.
  • Das IDET-Verfahren wird ambulant durchgeführt; der Patient kann am Tag des Eingriffs wieder nach Hause gehen.
  • Eine spezielle Nachbehandlung ist nicht erforderlich, allerdings sollte man in den ersten zwei Wochen schweres Heben und Tragen vermeiden.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule