PLDD – Laserbehandlung der Bandscheibe

PLDD steht für Perkutane Laser Diskus Dekompression. Hierbei handelt es sich um ein modernes minimal-invasives Verfahren, bei dem der vorgewölbte oder vorgefallene gallertige Kern einer geschädigten Bandscheibe mithilfe von Laserstrahlen zum Schrumpfen gebracht wird. Die Laserbehandlung der Bandscheibe ist eine Option, wenn ein chronischer „Ischiasschmerz“ (= Rückenschmerzen, die ins Bein ausstrahlen) infolge einer Bandscheibenvorwölbung oder eines Bandscheibenvorfalls vorliegt, die mit einer Nerveneingengung (Nervenkompression) einhergehen und mit konservativen Maßnahmen nicht erfolgreich therapiert werden konnten. Ebenso lassen sich schmerzauslösende Einrisse des Faserrings der Bandscheibe (diskogene Schmerzen) und das Postnukleotomiesyndrom gut mit PLDD behandeln. Entscheidend für den Therapieerfolg sind sowohl eine exakte Diagnose als auch spezifische Fachkenntnisse des Operateurs.

Ziel der Behandlung

Die PLDD erlaubt eine rasche räumliche Entlastung der bedrängten Nervenwurzeln, wodurch die damit verbundenen Schmerzen und neurologischen Symptome nachhaltig gelindert werden. Hierfür werden die vorgewölbten oder vergefallenen Bandscheibenanteile mithilfe des Lasers zielgenau zum Schrumpfen gebracht. Meist genügt bereits eine geringe Volumenreduktion. Ein weiterer therapeutischer Effekt ist die Ausschaltung von Schmerzfasern und Schmerzrezeptoren des Bandscheibenrings, weshalb sich das Verfahren auch zur Behandlung von diskogenen Schmerzen bewährt hat. Außerdem verdichtet sich unter der Wärmewirkung des Lasers das Kollagengewebe der Bandscheibe, wodurch kleinere Einrisse im Bandscheibenring direkt verschlossen werden. Auf diese Weise gewinnt die geschädigte Bandscheibe wieder deutlich an Stabilität.

So läuft die Behandlung ab

Unter örtlicher Betäubung wird unter Röntgenkontrolle eine dünne Punktionskanüle in der Bandscheibe platziert. Durch diese Kanüle wird nun eine dünne Laserfaser in die Mitte der betroffenen Bandscheibe vorgeschoben. Die Hitzeeinwirkung der applizierten Laserenergie sorgt dann für den Schrumpfungseffekt der geschädigten Bandscheibenanteile, sodass der Druck auf die Nervenwurzeln praktisch umgehend nachlässt. Der Eingriff dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Der Patient kann unmittelbar nach dem Eingriff aufstehen. Es wird jedoch empfohlen, einige Tage einen speziellen Stützgürtel zur Schonung der Lendenwirbelsäule zu tragen.

Vorteile

  • Die PLDD ist ein besonders risikoarmes Verfahren, da weder der Wirbelkanal eröffnet werden muss noch umliegendes Gewebe geschädigt oder entfernt wird.
  • In mehr als 80 Prozent der Fälle lässt sich mit der PLDD eine „offene“ Bandscheibenoperation vermeiden; der Behandlungserfolg ist meist von Dauer.
  • Es ist keine Vollnarkose notwendig, sodass die damit verbundenen Risiken vermieden werden.
  • Die PLDD wird ambulant durchgeführt; der Patient kann am Tag des Eingriffs wieder nach Hause gehen.
  • Eine spezielle Nachbehandlung ist nicht erforderlich, allerdings sollte man in den ersten zwei Wochen schweres Heben und Tragen vermeiden.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule