Stabilisierung der Halswirbelsäule mit einem PEEK-Cage

Manchmal kommt es vor, dass ein Bandscheibenvorfall im Halswirbelsäulenbereich nur noch mithilfe einer Versteifungsoperation durch den Einsatz einer Bandscheibenprothese erfolgreich behoben werden kann. Eine Möglichkeit, die Beweglichkeit des betroffenen Segments zu erhalten und gleichzeitig die Ursache für die Beschwerden erfolgreich zu beseitigen, bietet die Implantation eines PEEK-Cage.

Unter einem „Cage“ versteht man in der Wirbelsäulenchirurgie einen maschinell geformten Platzhalter für den Zwischenwirbelraum. Er stellt die natürliche (physiologische) Höhe des Bandscheibensegments wieder her und erlaubt die gewünschte Verknöcherung der benachbarten Wirbelkörper. Cages können aus verschiedenen Materialien hergestellt sein, z.B. aus Titan, Keramik, Karbon oder Kunststoffen. Der PEEK-Cage besteht aus einer gut verträglichen Poly-Ether-Ether-Keton.Verbindung. Um eine knöcherne Fusion zu ermöglichen, hat der Cage einen zentralen Hohlraum, der mit Kalziumphosphat oder eigenem Knochenmaterial gefüllt wird. Nach wenigen Wochen erfolgt eine solide knöcherne Verbindung mit den benachbarten Wirbeln.

Eine Versteifungsoperation mit einem PEEK-Cage kommt immer dann in Betracht, wenn im Bereich der Halswirbelsäule degenerative Veränderungen Einengungen, Schmerzen und Instabilitäten der Wirbelsäule zur Folge haben. Hierzu gehören neben einem Bandscheibenvorfall auch (knöcherne) Einengungen von Nervenwurzeln, eine ausgeprägte Wirbelkanaleinengung und andere Schmerzsyndrome, die auf keine konservative Behandlung angesprochen haben.

Vor dem Eingrifft müssen Ursache und Ausmaß der Schädigung sorgfältig diagnostisch abgeklärt werden. Neben speziellen neurophysiologischen und neuroradiologischen Untersuchungstechniken steht im MVZ im Helios mit der Kernspintomographie ein weiteres wichtiges bildgebendes Verfahren für eine sichere Diagnosestellung zur Verfügung.

Ziel der Behandlung

Die Implantation eines PEEK-Cage zielt darauf ab, den betroffenen Wirbelsäulenabschnitt einerseits langfristig zu stabilisieren und andererseits dessen Mobilität und Funktionsfähigkeit zu erhalten. Dies ist möglich, weil der eingesetzte PEEK-Cage eine dauerhafte Ruhigstellung in der betreffenden Etage bewirkt, wodurch Rückenmark und bedrängte Nervenwurzeln dauerhaft entlastet werden.

So läuft die Behandlung ab

Die operative Implantation eines PEEK-Cages wird in Verbindung mit der Entfernung der vorgefallenen Bandscheibe (Diskektomie) durchgeführt. Der Zugang erfolgt über einen kleinen Hautschnitt von vorn (ventral) am Hals. Der Weg von vorn zur Halswirbelsäule ist sehr viel sicherer und weniger belastend als von hinten (dorsal), da das Verletzungsrisiko für Nerven und Rückenmark deutlich geringer ist und die Nackenmuskulatur nicht durchtrennt werden muss. Die mikrochirurgische Operation dauert etwa ein bis zwei Stunden und erfolgt unter Vollnarkose. Die geschädigte Bandscheibe wird unter dem Operationsmikroskop komplett entfernt und der PEEK-Cage eingesetzt. In der Regel darf der Patient bereits wenige Stunden nach der Operation aufstehen; der Klinikaufenthalt dauert nicht länger als drei bis vier Tage. Die Frühmobilisierung erfolgt unter physiotherapeutischer Anleitung. In den ersten drei Monaten sollten Verhaltensmaßregeln zur Schonung der Halswirbelsäule beachtet werden, danach ist bei regulärem Heilungsprozess das Bandscheibenersatzmaterial soweit integriert, dass keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen mehr erforderlich sind. Dies ist auch ein guter Zeitpunkt zum Beginn von konsequentem Muskelaufbautraining für die Halswirbelsäule, um die Nachbarbandscheiben vor weiterer Degeneration zu schützen.

Vorteile

  • Die Operationstechnik erlaubt eine gewebeschonende Vorgehensweise, wodurch die Komplikationsrate ebenso wie postoperativen Schmerzen gering bleiben und der Patient sich rasch wieder erholt.
  • Das Implantat kann sofort belastet werden, das Tragen einer Halskrause ist nicht erforderlich.
  • Oft kann der Patient seinen Berufs- und Freizeitalltag schon nach einigen Wochen wieder aufnehmen.
  • Die Erfolgsquote liegt bei nahezu 100 Prozent.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule