Arthrose

Unsere Gelenke sind die beweglichen Verbindungen zwischen zwei Knochen. Damit diese Knochen gegeneinander gleiten können, sind die Enden mit elastischem Knorpelgewebe überzogen. Dieser Knorpel ermöglicht einen schmerzfreien Bewegungsablauf und dient gleichzeitig als Stoßdämpfer bei abrupten harten Bewegungen. Da der Knorpel über kein eigenes Gefäßsystem verfügt, wird er über die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) ernährt. Zudem verhindert die Gelenkflüssigkeit, dass die festen Teile der gelenkigen Verbindungen direkt aneinander stoßen und sich durch Reibung abnutzen.

Arthrose ist eine Verschleißkrankheit, die durch eine zunehmende Schädigung des Gelenkknorpels gekennzeichnet ist und im weiteren Verlauf auf die Knochenschicht unterhalb des Knorpels übergreift.

An den großen, stark belasteten Gelenken wie Hüfte oder Kniegelenke spielt sich besonders oft eine Arthrose ab. Letztlich können jedoch alle Gelenke wie das Sprunggelenk oder auch kleinere Gelenke, z.B. das Daumensattelgelenk bzw. Fingergelenke oder das Großzehengrundgelenk betroffen sein.

Einige Ursachen sind vermeidbar

Dass sich der Gelenkknorpel im Laufe des Lebens degenerativ verändert, ist zunächst Folge des natürlichen Alterungsprozesses: Bei 75 Prozent aller Menschen, die über 50 Jahre sind, lassen sich bereits Anzeichen eines fortgeschrittenen Verschleißes an den Gelenken nachweisen. Aber auch Über- bzw. Fehlbelastungen, Übergewicht, Fehlstellungen wie X- und O-Beine, eine falsche Körperhaltung, nicht ausreichend behandelte (Sport-)Verletzungen (z.B. ein Meniskusschaden) oder schlecht verheilte Knochenbrüche leisten der Entstehung einer Arthrose Vorschub. Am Anfang steht zunächst ein Elastizitätsverlust des Gelenkknorpels: Seine Oberfläche wird rau, spröde und zerfurcht, sodass er seine Stoßdämpferfunktionen nur noch eingeschränkt wahrnehmen kann. Mit der Zeit entstehen Vertiefungen in der porös gewordenen Knorpeloberfläche. Außerdem dünnt der Gelenkknorpel an den Hauptbelastungszonen aus und kann deshalb bereits bei minimalen Verletzungen (Mikrotraumen) Risse bekommen. Dadurch wird der Knorpel langsam abgerieben. Die abgeriebenen Teilchen verursachen eine Entzündung, wodurch nun ein weiterer Schädigungsmechanismus hinzu kommt: Es werden Entzündungsstoffe freisetzt, die den Knorpel direkt angreifen und so den Zerstörungsprozess weiter anheizen. Als Resultat des fortschreitenden Knorpelabbaus bildet sich eine erneute Entzündung. Bleibt eine angemessene Behandlung aus, kann sich ein unheilvoller Kreislauf von Knorpelabrieb, Entzündungen und weiterem Knorpelabrieb entwickeln, der schließlich zu einer erheblichen Schädigung des Gelenks führt. Dabei kann der Knorpel soweit abbauen, dass schließlich auch die Gelenkknochen angegriffen werden. Im weiteren Verlauf können sich Knochenanbauten und später dann auch gröbere Knochenspangen und Knochenzysten (Geröllzysten) entwickeln.

Der typische Anlaufschmerz

Da sich eine Arthrose meist langsam entwickelt, verursachen die Anfangsstadien der Verschleißerkrankung oft erst einmal keine Beschwerden. Typische Erstsymptome ist eine Steifigkeit des Gelenks morgens beim Aufstehen oder nach langem Sitzen, zu der sich mit der Zeit meist dumpfe oder bohrende Schmerzen (Anlaufschmerz) hinzugesellen. Außerdem verursacht eine stärkere Gelenkbeanspruchung (z.B. ein schmerzendes Knie nach einem längeren Sparziergang) Beschwerden; ebenso sind ein „reibendes“ Gefühl und/oder Geräusche bei der Gelenkbewegung häufige Begleiterscheinungen. Eine aktivierte Arthrose liegt vor, wenn sich starke Schmerzen und typische Entzündungszeichen wie eine Schwellung und Überwärmung des betroffenen Gelenks zu den Arthrosebeschwerden hinzugesellen. In diesem Fall läuft eine akute Entzündung mit einem Gelenkerguss, z.B. als Folge einer Überlastung im Gelenk ab. Spätere Stadien sind von Dauerschmerzen gekennzeichnet, die auch im Ruhezustand anhalten. Ist der Knorpel vollständig abgerieben, kann das Gelenk komplett versteifen; ebenso sind Verformungen möglich.

Wie wird eine Arthrose behandelt?

Im MVZ im Helios wird eine Arthrose stadiumsabhängig, d.h. nach einem therapeutischen Stufenplan, behandelt. Dabei reicht das konservative Behandlungsspektrum von allgemeinen Maßnahmen wie eine gezielte Bewegungstherapie, Anwendungen der physikalischen Therapie (z.B. Wärme- und Kälteanwendungen) und/oder der Gabe von entzündungshemmenden, schmerzlindernden Medikamenten. Gelingt es auf diese Weise nicht (mehr), dem Betroffenen zu einer weitgehend schmerzfreien Bewältigung des Alltags zu verhelfen, sollte eine operative Therapie nicht länger hinausgezögert werden. Infrage kommen arthroskopische Eingriffe zur Gelenksanierung, die Entfernung der Gelenkinnenhaut bei wiederkehrenden Ergussbildungen bis hin zur Implantation einer Gelenkprothese. Mitunter kann eine Röntgenschmerzbestrahlung noch eine Chance sein, Schmerzfreiheit zu erzielen und so den Einsatz einen künstlichen Gelenkersatz als letzte Therapieoption hinauszuzögern.