Osteoporose

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Osteoporose (Knochenschwund) zu den zehn häufigsten Krankheiten der Welt. Allein in Deutschland sind 26 Prozent der über 50-Jährigen und damit rund acht Millionen Menschen betroffen.

Liegt eine Osteoporose vor, besteht ein Ungleichgewicht zwischen der Aktivität knochenaufbauender Zellen (Osteoblasten) und der Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten): Es überwiegt der Knochenabbau, sodass es zu einem kontinuierlichen Verlust an Knochensubstanz kommt. Auch bei knochengesunden Menschen nimmt die Knochenmasse etwa ab dem 30. bis 40. Lebensjahr infolge eines zunehmenden Ungleichgewichts zwischen den Auf- und Abbauprozessen stetig ab – und zwar um etwa 0,5 bis ein Prozent pro Jahr. Bei Osteoporosekranken beträgt die jährliche Abnahme der Knochenmasse jedoch mindestens zwei, oft sogar mehr als drei Prozent. Zudem wird das Bindegewebsgerüst des Knochens poröser, und bei der Mineralisation wird weniger Kalzium eingebaut. Dies hat zur Folge, dass die Stabilität der Knochen stetig abnimmt. Auf Dauer können sie mechanische Belastungen immer weniger kompensieren und werden anfällig für Brüche. Außerdem drohen über kurz oder lang Verformungen.

Primäre Osteoporose

In 95 Prozent der Fälle liegt eine eigenständige systemische Knochenerkrankung vor (primäre Osteoporose). 85 Prozent der Betroffenen sind Frauen in bzw. nach den Wechseljahren (d.h. um das 50. Lebensjahr), denn Östrogenmangel gehört zu den wichtigsten osteoporosefördernden Faktoren. Besteht eine familiäre Vorbelastung, ist die Osteoporosegefahr besonders groß: Frauen, deren Mutter bereits an Osteoporose erkrankt ist, gelten als Risikopatientinnen, die sich deshalb spätestens nach der Menopause regelmäßig auf Osteoporose untersuchen lassen sollten. Die senile oder Typ-2-Osteoporose tritt erst im höheren Lebensalter, meist nach dem 70. Lebensjahr, auf und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Bis zu einem gewissen Grad hängt das Erkrankungsrisiko für beide Osteoporoseformen auch von der individuellen Lebensweise ab. So leisten vor allem Bewegungsmangel, niedriges Körpergewicht, langjähriges Rauchen und/oder übermäßiger Alkoholgenuss ebenfalls der Entstehung einer Osteoporose Vorschub. Gelegentlich ist Osteoporose eine medikamentös bedingte Folgeerscheinung, verursacht etwa durch eine Langzeittherapie mit Kortison oder Heparin. Ebenso begünstigen einige Krankheiten, z.B. Störungen im Hormonhaushalt, die Entstehung einer Osteoporose.

DEXA-Methode – diagnostisches Mittel der Wahl

Die Diagnose „Osteoporose“ möglichst frühzeitig zu stellen, ist entscheidend für die (weitere) Vermeidung von Knochenbrüchen und stellt zugleich die Grundlage für die Therapiestrategie dar. Die moderne Osteoporosediagnostik stützt sich neben einer ausführlichen Befragung zur Krankengeschichte und einer eingehenden körperlichen Untersuchung vor allem auf eine Knochendichtemessung mit bildgebenden Verfahren wie der DEXA-Methode; mitunter werden auch die Ergebnisse einer Laboruntersuchung des Blutes zur Erhebung des Befunds herangezogen. Zugleich richtet sich unser Augenmerk darauf, ein individuelles Risikoprofil zu erstellen, denn auch die Ausschaltung von Risikofaktoren ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Osteoporosetherapie.

Wie wird behandelt?

Die Therapie der Osteoporose beruht im Wesentlichen auf drei Säulen: auf der Einnahme von Medikamenten (z.B. Basismedikation mit Kalzium und Vitamin D, Bisphosphonate), auf einer knochengesunden Ernährung sowie auf regelmäßiger Bewegung. Im fortgeschrittenen Stadium geht es darum, mit einer konsequenten Schmerztherapie, mitunter auch auf operativem Weg die belastenden Auswirkungen von Knochenbrüchen zu lindern. Kleinere und größere osteoporotisch bedingte Wirbelkörperfrakturen führen nicht nur zu einer Verformung der gesamten Wirbelsäule, sondern sind zudem fast immer mit heftigsten Schmerzen und oft auch mit einer wochenlangen Bettlägerigkeit verbunden. Mit der Kyphoplastie steht inzwischen ein minimal-invasives Verfahren zur Verfügung, das die normale Höhe der Wirbelkörper wieder herstellt und gleichzeitig die Fraktur stabilisiert. Auch eine Wirbelsäulenverkrümmung kann auf diese Weise deutlich verringert werden. Der Effekt ist eine nachhaltige Schmerzlinderung und sogar völlige Schmerzfreiheit. Studien bescheinigen der Kyphoplastie eine Erfolgsquote von 85 Prozent und höher.