Dr. Zenta: Spreizfuss

Spreizfuss

Wegen meines Spreizfußes trage ich Einlagen. Nun wurde mir empfohlen, auf sensomotorische Einlagen umzusteigen. Macht das wirklich Sinn?

Ob ein Einlagenwechsel für Sie therapeutisch sinnvoll ist, kann ich, ohne Ihre genaue Krankengeschichte zu kennen, nicht beurteilen. Generell lässt sich sagen, dass konventionelle Einlagen ein bewährtes Mittel in der Behandlung von Fußfehlstellungen sind: Sie stützen den Fuß, entlasten ihn durch Druckumverteilung und schützen ihn so vor einer Fehlbelastung. Sensomotorische Einlagen haben neben dem Ausgleich der Fehlstellung den zusätzlichen Effekt, dass sie die Fußsohle über gezielte Impulse stimulieren, wodurch die Fußmuskulatur gekräftigt wird. Hierfür sind sie mit kleinen Druckpolstern ausgestattet, die individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden, je nachdem in welchen Regionen der Fuß gestützt bzw. aktiviert werden muss. Dabei bleibt die stimulierende Wirkung nicht allein auf die Muskelgruppen im Fußgewölbe beschränkt, sondern letztlich ist die gesamte Körperstatik mit einbezogen. Auf diese Weise können sich z.B. auch fehlhaltungsbedingte Beschwerden wie Knie- oder Rückenschmerzen bessern. Welche Einlage im Einzelfall angezeigt ist, lässt sich jedoch nur durch eine orthopädische Untersuchung klären.

Dr. Steffen Zenta DR. STEFFEN ZENTA ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin,Spezialist für Fußchirurgie am Medizinischen Versorgungszentrum Helios in München.