Dr. Söller: Beckenschiefstand

Beckenschiefstand

Weil der Hausarzt bei unserer Tochter einen Beckenschiefstand vermutet, sollen wir ihre Wirbelsäule von einem Orthopäden vermessen zu lassen. Was genau wird da gemacht?

Die Wirbelsäulenvermessung ist ein Verfahren der Rasterstereographie und dient der Abklärung von möglichen Fehlstellungen der Wirbelsäule bzw. des Beckens oder auch der Beinlänge. Vermessen wird mit einem Lichtraster, deshalb ist mit der Methode keine Strahlenbelastung verbunden. Dafür wirft ein Projektor parallele Lichtlinien auf den Rücken, eine Videokamera gibt das dreidimensionale Muster an einen Computer weiter. Die Software wertet die gemessenen Daten aus und erfasst so die gesamte Rückenstatik vom Kopf bis zum Becken. Besonders genaue Messergebnisse liefert die vierdimensionale Analyse der Wirbelsäule, eine Weiterentwicklung der 3D-Vermessung. Hierbei können mögliche Haltungsabweichungen schon auf dem Computer berechnet und korrigiert dargestellt werden, das ist die vierte Dimension. Das Verfahren bietet sich auch zur Verlaufskontrolle an, etwa, wenn der Orthopäde erst einmal abwarten möchte, ob der Beckenschiefstand möglicherweise wachstumsbedingt ist. In diesem Fall verschwindet die Fehlstellung oft von selbst wieder.

Dr. Felix Söller DR. FELIX SÖLLER ist Facharzt für Orthopädie, Akupunktur, Chirotherapie und Sportmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum Helios in München.