Dr. Söller: Beinprobleme

Beinprobleme

Ich (76 Jahre) habe gedacht, dass meine Beinprobleme beim Gehen mit Durchblutungsstörungen zu tun haben. Aber jetzt meinte mein Hausarzt, ich sollte mal zum Orthopäden, um meine Wirbelsäule untersuchen zu lassen. Ist das wirklich notwendig?

Wenn Ihr Hausarzt Ihnen zu einer solchen Untersuchung rät, wird er sicherlich gute Gründe dafür haben. Fest steht, dass Schmerzen in den Beinen beim Gehen sowohl die Folge von Durchblutungsstörungen als auch einer sogenannten Spinalkanalstenose sein können. Hierbei ist der Wirbelkanal krankhaft verengt, sodass ein Druck auf Rückenmark und/oder Nerven entsteht, der im Extremfall sogar Nervenschädigungen nach sich ziehen kann. Ausgangspunkt sind meist Verschleißerscheinungen, z.B. an der Bandscheibe oder den Facettengelenken. Im Übrigen können auch beide Erkrankungen gleichzeitig vorliegen, die dann jeweils konsequent behandelt werden müssen. Bei einer Spinalkanalstenose kommen zunächst konservative Maßnahmen wie medikamentöse Schmerztherapie und Injektionsbehandlungen, oft in Kombination mit physikalischen Maßnahmen und/oder Krankengymnastik in Betracht. Droht eine dauerhafte Schädigung von Nerven, kann allerdings eine minimal-invasive Erweiterung des Wirbelkanals notwendig sein.

Dr. Felix Söller DR. FELIX SÖLLER ist Facharzt für Orthopädie, Akupunktur, Chirotherapie und Sportmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum Helios in München.