Dr. Zirngibl: Handy-Daumen?

Handy-Daumen?

Mein 16-jähriger Sohn klagt über Schmerzen in seinem rechten Daumen. Könnte das damit zusammenhängen, dass er ständig mit seinem Smartphone beschäftigt ist?

Das ist sehr gut möglich. Der „Handy-Daumen“ ist mittlerweile eine anerkannte orthopädische Zivilisationskrankheit: Durch die schnellen, sich wiederholenden Wisch- und Tippbewegungen werden die Daumen nicht nur überlastet, sondern auch auf eine Art beansprucht, für die sie eigentlich nicht konstruiert wurden. Die Folgen reichen von Schmerzen im daumenseitigen Handgelenk bis hin zu einer Reizung oder Entzündung der Sehnen, die an der Daumenbewegung beteiligt sind bzw. der Scheiden, in denen diese Sehnen verlaufen. Normalerweise genügt es, den schmerzenden Daumen einige Tage lang zu schonen und erst einmal auf die schmerzauslösenden Dehn- und Abspreizbewegungen zu verzichten. Kühlkompressen helfen, die akuten Schmerzen zu lindern. Gegebenenfalls empfiehlt sich auch eine Bandage zur Ruhigstellung des Daumens. Klingen die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht ab, sollte Ihr Sohn einen Orthopäden aufsuchen – auch, um einer Chronifizierung vorzubeugen.

Dr. Werner Zirngibl DR. WERNER ZIRNGIBL ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum Helios in München.