Dr. Konvalin: Skidaumen

Skidaumen

Beim Bergabgehen bin ich gestürzt und dabei mit dem Daumen in der Schlaufe meines Wanderstocks hängen geblieben. Das ist schon eine Weile her, aber Schwellung und Schmerzen sind immer noch nicht weg. Sollte ich den Daumen untersuchen lassen?

Sehr wahrscheinlich haben Sie sich bei Ihrem Sturz einen Skidaumen zugezogen. Die Verletzung wird deshalb „Skidaumen“ genannt, weil sie besonders häufig beim Skifahren durch einen Sturz auf den Daumen passiert, bei dem der Daumen nach außen hin übermäßig abgespreizt wurde. Betroffen ist das ulnare, d.h. ellenseitige Seitenband, das dem Daumen seine Stabilität verleiht und ihm die Greifbewegung und das Schreiben ermöglicht. Stimmt mein Verdacht, sollten Sie baldmöglich einen Orthopäden aufsuchen – auch um das Ausmaß der Verletzung abzuklären. Welche Behandlung infrage kommt, hängt wesentlich davon ab, ob das Band überdehnt, eingerissen oder abgerissen ist. Während ein knöcherner Bandausriss in der Regel einen operativen Eingriff nach sich zieht, können eine Überdehnung des Daumenseitenbands und oft auch ein Bändereinriss konservativ behandelt werden. Dabei steht die Ruhigstellung des Daumens mithilfe einer Schiene für vier bis sechs Wochen im Vordergrund.

Dr. Heribert Konvalin DR. HERIBERT KONVALIN ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin, Physikalische Medizin und Spezielle Schmerztherapie am Medizinischen Versorgungszentrum Helios in München.