Dr. Konvalin: Umgeknickt

Umgeknickt

Beim Joggen im Wald bin ich umgeknickt. Auftreten kann ich noch, aber das rechte Sprunggelenk ist ziemlich geschwollen. Deshalb meinte meine Frau, dass ich einen Orthopäden aufsuchen sollte, was meinen Sie?

Ihre Frau hat Recht: Auch ein Sprunggelenk, das nach einem Umknicktrauma noch einigermaßen belastet werden kann, ist behandlungsbedürftig. Wenn man umknickt, kommt es zu einer abrupten starken Überdehnung eines oder mehrerer Bänder im Sprunggelenk – im Extremfall kann sogar ein Riss die Folge sein. In den meisten Fällen sind die Außenbänder betroffen. Heilt die Verletzung nicht vollständig aus, droht eine dauerhafte Instabilität, da die geschwächten Bänder nicht mehr in der Lage sind, dem Gelenk den notwendigen Halt zu bieten. Dadurch besteht nicht nur die Gefahr für weitere Umknickverletzungen, sondern es sind Komplikationen und Spätfolgen möglich – bis hin zu der Entstehung einer Osteochondrosis dissecans oder einer Sprunggelenksarthrose. Oft genügt es, eine spezielle Gehschiene, eine sogenannte Orthese, zu tragen, die einerseits für die nötige Entlastung des Sprunggelenks sorgt, dem Fuß jedoch andererseits eine gewisse Beweglichkeit ermöglicht. Ergänzend bietet sich eine Physiotherapie an.

Dr. Heribert Konvalin DR. HERIBERT KONVALIN ist Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin, Physikalische Medizin und Spezielle Schmerztherapie am Medizinischen Versorgungszentrum Helios in München.