Dr. Söller: Wirbel gebrochen

Wirbel gebrochen

Meine Schwester (83 Jahre) und ich (81 Jahre) haben uns fast zur gleichen Zeit einen Wirbel gebrochen. Aber während meine Schwester ein Korsett bekommen hat, mit dem sie herumlaufen kann, muss ich das Bett hüten. Welche Behandlung ist die bessere?

Eine längere Bettruhe zur Behandlung eines Wirbelbruchs wird heute eigentlich nicht mehr empfohlen – zu groß sind die mit einer Immobilität verbundenen Risiken insbesondere im höheren Lebensalter. Im Allgemeinen kommen zwei Vorgehensweisen infrage: eine konservative Behandlung, die neben der Einnahme von Schmerzmitteln und gegebenenfalls einem Stützkorsett auch eine schonende Mobilisation, etwa im Rahmen einer Physiotherapie vorsieht, und ein minimal-invasiver Eingriff. Dieser Eingriff wird Kyphoplastie genannt und hat das Ziel, den gebrochenen Wirbelkörper durch das Einbringen eines speziellen flüssigen Knochenzements wiederaufzurichten. Durch den Zement wird die Bruchstelle verschlossen und der Knochen erhält seine Stabilität zurück, meist lassen auch die Schmerzen sofort nach. Mein Rat: Holen Sie sich eine zweite Meinung ein. Dabei sollte auch geklärt werden, ob gegebenenfalls eine minimal-invasive Behandlung für Sie von Vorteil ist.

Dr. Felix Söller DR. FELIX SÖLLER ist Facharzt für Orthopädie, Akupunktur, Chirotherapie und Sportmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum Helios, GfPO in München.