Dr. Söller: Zu viel Röntgen

Zu viel Röntgen

Die Jugendgesundheitsuntersuchung hat ergeben, dass meine 13-jährige Tochter eine verbogene Wirbelsäule hat. Obwohl wir mit einem Röntgenbild kamen, will der neue Orthopäde meine Tochter schon wieder röntgen. Ist das wegen der Strahlenbelastung nicht zu?

Ich kann Ihre Bedenken verstehen. Man muss allerdings sagen: Zur weiterführenden Diagnostik einer Skoliose – so der medizinische Fachbegriff – gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen zwingend dazu, das gilt vor allem für junge Skoliosepatienten, die sich noch in der Wachstumsphase befinden. Denn ein Kriterium für die Festlegung der geeigneten Therapiestrategie ist, ob bzw. wie rasant die krankhafte Seitenverbiegung der Wirbelsäule – ein Charakteristikum der Erkrankung – fortschreitet. Aber es gibt neben der Röntgenuntersuchung noch andere Möglichkeiten, eine Skoliose diagnostisch zu erfassen, allen voran die 4D-Wirbelsäulenvermessung. Das Verfahren basiert auf einer speziellen computergestützten Licht- und Videotechnik, mit der sich die gesamte Wirbelsäulenstatik und die Körperhaltung, aber auch die Verkrümmung und Verdrehung einzelner Wirbelkörper millimetergenau mehrdimensional erfassen lässt – und dies ganz ohne Strahlenbelastung.

Dr. Felix Söller DR. FELIX SÖLLER ist Facharzt für Orthopädie, Akupunktur, Chirotherapie und Sportmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum Helios, GfPO in München.