Kreuzbandriss

Kreuzbänder sind normalerweise sehr reißfest und machen einen Großteil der Kniegelenkstabilität aus. Zu einem Riss der Kreuzbänder (meist des vorderen) kommt es unter Einwirkung von Hebel- und Rotationskräften, z.B. bei Sport- oder Freizeitunfällen. Häufig ist nicht nur der Schmerz das Problem, sondern auch die unausweichliche Instabilität im Kniegelenk. Bei einem vorderen Kreuzbandriss lässt sich das Schienbein gegenüber dem Oberschenkel nach vorn verschieben, was ein Instabilitätsgefühl oder gar ein Wegknicken des Kniegelenkes bedingen kann. Außerdem schmerzt das Knie, es schwillt an und nicht selten bildet sich ein Gelenkerguss. Bleibt die Instabilität unbehandelt, kommt es zu Folgeschäden an Menisken und Gelenkknorpel, sodass mit der Zeit das gesamte Kniegelenk zerstört werden kann. Beim sehr viel selteneren Riss des hinteren Kreuzbandes schwillt das Knie ebenfalls schmerzhaft an, doch lässt sich das Schienbein gegenüber dem Oberschenkel nach hinten verschieben.

Wie wird behandelt

Ein gerissenes Kreuzband kann nicht einfach genäht werden, sondern es muss vollständig durch ein Transplantat (Kreuzbandplastik) ersetzt werden. Dazu wird eine körpereigene Sehne operativ in den ursprünglichen Verlauf des gerissenen Kreuzbandes eingebracht. Infrage kommen in der Regel entweder die Kniescheibensehne (Patellarsehne) oder eine Sehne (Semitendinossehne), die sich an der Innenseite des Oberschenkels befindet. Der Patient hat durch die Entfernung der Sehne von ihrer ursprünglichen Lage üblicherweise keine Nachteile. Die Verankerung des Transplantates im Knochen erfolgt entsprechend der Transplantatwahl entweder mit Schrauben oder Stiften. Der Eingriff wird arthroskopisch assistiert durchgeführt, d.h. dass nur die Transplantatentnahme offen erfolgt. Der Rest der Operation wird arthroskopisch vorgenommen. Dadurch ist der minimal-invasive Kreuzbandersatz wesentlich gelenkschonender als eine konventionelle Operation. Meist können die Patienten bereits nach 14 Tagen auf Gehstützen und nach sechs Wochen auf Orthesen (Kunststoffschiene) verzichten. Bis zur vollen Wiedererlangung der Sportfähigkeit muss aber mit einer mehrwöchigen Erholungszeit gerechnet werden. Wichtig ist eine konsequente Physiotherapie zum Muskelaufbau.

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Knie & Hüfte“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.3 Knie | Hüfte