Patellaspitzen­syndrom

Patellaspitzensyndrom | MVZ im Helios München

Patellaspitzen­syndrom im Überblick

Beim sogenannten Patellaspitzensyndrom handelt es sich um eine Reizung der Patellasehne, die für die Kraftübertragung vom Ober- auf den Unterschenkel zuständig ist. Die Patellasehne – auch als Kniescheibensehne bezeichnet – verbindet die Kniescheibe (Patella) mit dem Schienbein und wird so allein durch die Anatomie bei jeder Kniebewegung beansprucht.

Ursache ist oft eine chronische Fehlbelastung des Kniegelenks. Ist der untere Teil der Kniescheibe vordergründig von der Reizung betroffen, spricht man vom Patellaspitzensyndrom. Liegt der Ursprung der Reizung an der Befestigung der Kniescheibensehne am Schienbeinkopf, ist von einer distalen Patellasehnenreizung die Rede.

Icon - Knie
Symptome

vordere Knieschmerzen bei Belastung, Rötungen, Schwellungen

Icon - Uhr
Behandlungsdauer

zwölf bis sechzehn Wochen

Icon - Bett mit Markierung
Therapie

Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten, Tragen von Kniebandagen, Physiotherapie, ACP-Therapie, operative Therapie

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

keine

Inhaltsübersicht
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Was ist ein Patellaspitzen­syndrom?

Das Patellaspitzensyndrom, Jumpers Knee oder auch Runners Knee, ist die Folge einer Überlastung der Kniescheibensehne und führt zu Belastungsschmerzen vorne am Knie. Betroffen sind vor allem Sportler, die einen sprungintensiven Sport wie Weit- und Hochsprung, Handball, Basketball oder Volleyball ausüben, die viel mit schnellen Richtungswechseln wie beim Fußball zu tun haben oder die besonders häufig Start-Stopp-Bewegungen wie beim Tennis durchführen. Ausgangspunkt der Erkrankung sind Mikrorisse und Auffaserungen im Gewebe der Patellasehne sowie sogenannte Mikrotraumatisierungen, dabei handelt es sich um wiederholt auftretende Schädigungen. Betroffen ist der Bereich, an dem die Sehne an der Kniescheibe ansetzt. Bei fortgesetzter (Über-)Beanspruchung sind entzündliche Veränderungen und größere (Teil-)Risse der Sehne möglich – im Extremfall kann sie sogar ganz reißen.

Was sind mögliche Ursachen für ein Patellaspitzen­syndrom?

Das Patellaspitzensyndrom wird durch eine chronische Überlastung des Sehnenansatzes hervorgerufen. In der Regel tritt dies auf durch:

  • Wiederholte und häufige Überlastung (z. B. beim Springen)
  • Angeborene Bandschwäche (verkürzte oder verhärtete Oberschenkelmuskulatur)
  • Hochstand der Kniescheibe
  • Fehlausrichtung der Kniescheibe

Was sind typische Symptome?

Das Patellaspitzensyndrom kennzeichnet sich durch einen lokalisierbaren und belastungsabhängigen vorderen Knieschmerz. Dieser Schmerz im Knie manifestiert sich insbesondere während des Ausübens von besonders sprungintensiven Sportarten (leichtathletischen Disziplinen wie Hoch- und Weitsprung; Ballsportarten wie Basketball, Volleyball, Handball) oder sportlichen Aktivitäten mit vielen Richtungswechseln (Fußball) oder Stop-and-go-Bewegungen (Tennis). Ist das Patellaspitzensyndrom fortgeschritten, treten die Symptome bereits beim Anlaufen bzw. Aufwärmen auf. Bei schweren Fällen sind zusätzlich Rötungen und Schwellungen keine Seltenheit.

Wie wird ein Patellaspitzen­syndrom diagnostiziert?

Im Medizinischen Versorgungszentrum im Helios (MVZ) beinhaltet die Anamnese ein ausführliches Patientengespräch, das bereits erste Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung liefern kann. Anschließend wird eine klinisch-körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei liegt der Patient entspannt in Rückenlage. Durch einen leichten Fingerdruck auf die untere Kniescheibe lässt sich die Druckempfindlichkeit des Patellasehnenansatzes ermitteln. Gleichzeitig kann die umliegende Gewebebeschaffenheit auf Schwellungen, Verhärtungen oder Rötungen geprüft werden. Für die weitere Abklärung stehen außerdem bildgebende Verfahren, wie die Magnetresonanztomografie (MRT), zur Verfügung. Aber auch eine Ultraschalluntersuchung bietet eine rasche und unkomplizierte Möglichkeit, Gewebeveränderungen im Bereich des Patellasehnenansatzes festzustellen. Anhand der Ergebnisse kann das Patellaspitzensyndrom dann in vier Stadien unterteilt werden:

  • Stadium I: Schmerzen ausschließlich nach körperlicher Belastung
  • Stadium II: Schmerzen während und nach körperlicher Belastung
  • Stadium III: anhaltender Schmerz im Knie
  • Stadium IV: Nekrose (Absterben des Sehnengewebes) bis hin zur Ruptur (Durchriss) der Patellasehne

Wie wird ein Patellaspitzensyndrom behandelt?

Eine Reizung der Patellasehne wird in der Regel konservativ behandelt. Liegt allerdings bereits eine Ruptur vor, ist eine chirurgische Behandlung unumgänglich.

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Konservative Therapie

Neben einer ausreichend langen Trainingspause, der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten und dem Tragen von Kniebandagen oder -tapes haben sich vor allem Physiotherapie zur Stärkung der umgebenden Muskulatur sowie spezielle – unter fachlicher Anleitung erlernte – Dehnübungen bewährt. Vor allem die Stärkung der Gegenspielermuskeln ist in diesem Fall essenziell, um ein ausgewogenes Kräfteverhältnis zwischen Beuge- und Streckmuskulatur in Oberschenkel und Knie herzustellen. Des Weiteren tragen zur Verbesserung der Symptomatik bei:

Begleitend zu Übungen unterstützen wir im MVZ im Helios den Heilungsprozess in der Regel mit der ACP-Therapie. Dank der entzündungshemmenden und regenerationsfördernden Eigenschaften wird Eigenblut nach der speziellen Aufbereitung gezielt wieder in das zu behandelnde Areal injiziert. Es empfiehlt sich eine Kur aus drei bis fünf Behandlungen.

Operative Therapie

Ein operativer Eingriff ist in der Regel nur dann notwendig, wenn ein Patellasehnenriss oder eine Nekrose vorliegt und auch nach intensiver konservativer Therapie keine Beschwerdefreiheit oder Sportfähigkeit erreicht werden kann. Die Operation wird in der Regel minimalinvasiv per Arthroskopie durchgeführt. Häufig werden dabei die entzündeten Teile der Sehne entfernt. Um anschließend eine erneute Entzündung zu verhindern, können zusätzlich einzelne Sehnenanteile bis hin zu ganzen Sehnen gelöst werden.

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Häufig gestellte Fragen

Für die bestmögliche Heilung des Patellaspitzensyndroms stehen sowohl konservative als auch operative Therapieverfahren zur Verfügung. Neben den gängigen Maßnahmen kann dabei auch die Stoßwellentherapie unterstützend auf den Heilungsprozess einwirken. Wie bei einer Ultraschalluntersuchung wird das Handstück dabei auf die betroffene Region gerichtet. Die Stoßwellen werden dann über das Handstück auf das Gewebe unter der Haut übertragen. In Studien nachgewiesen hat dies eine positive Wirkung, die sich durch eine Verbesserung von Regeneration und Durchblutung bemerkbar macht. Gleichzeitig kann eine deutliche Linderung der Schmerzen erreicht werden.

In der Regel wird ein Patellaspitzensyndrom aufgrund einer Fehl- oder Überlastung ausgelöst. Diese kann der Körper oftmals eine ganze Weile kompensieren. Erst zu einem späteren Zeitpunkt kommt es dann zu einem vermeintlich plötzlich auftretenden Schmerz im Knie, der letztendlich das Resultat einer bereits länger anhaltenden Überlastung ist.

Während Sportpausen geht die Reizung der Patellasehne in der Regel wieder so weit zurück, dass keinerlei Schmerzen mehr vorhanden sind. Vollständig auskuriert ist das Patellaspitzensyndrom dabei aber nicht. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Reizung nach Wiederaufnahme sportlicher Tätigkeiten in Form von Schmerzen oder Schwellungen erneut bemerkbar macht.

Es ist durchaus empfehlenswert, bei einem Patellaspitzensyndrom spezielle Bandagen zu nutzen. Diese können die Symptome kurzfristig lindern. Ohne weitere Therapiemaßnahmen werden sie auf Dauer allerdings keine Linderung erzielen können. So ist eine konservative Therapie immer auch mit Physiotherapie oder der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten verbunden.

Am häufigsten entwickelt sich eine Reizung der Patellasehne bei Personen, die ihr Kniegelenk dauerhaft (Fehl-)Belastungen aussetzen. Das Gleiche gilt für das regelmäßige Ausüben sprung- oder richtungswechselintensiver Sportarten oder Aktivitäten mit vielen Start-Stopp-Bewegungen (Tennis). Aber auch Jogger – weshalb vom sogenannten Runners Knee die Rede ist – sind besonders anfällig. Grundsätzlich gilt zur Vermeidung die Zauberformel: Belastung und Belastbarkeit sollten ausgewogen sein! Man sollte es nicht übertreiben – egal in welcher Sportart – und die Muskulatur langsam und stetig aufbauen.

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