Chronische Nervenschmerzen

Chronische Nervenschmerzen | MVZ im Helios München

Chronische Nervenschmerzen / neuropathische Schmerzen im Überblick

In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen an neuropathischen Schmerzen, besser bekannt als Nervenschmerzen. Nervenschmerzen (Neuralgien) gehören folglich neben Rücken- und Kopfschmerzen zu den häufigsten Ursachen chronischer Schmerzen. Je nach Intensität und Häufigkeit können chronische Nervenschmerzen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Wichtig ist daher immer eine möglichst frühzeitig eingeleitete Therapie, um Symptome zu lindern und eventuell noch zu verhindern, dass die Schmerzen chronisch werden.

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Symptome

einschießende Schmerzattacken oder stetig bleibender Schmerz, veränderte Hautsensibilität, brennender Schmerz

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Behandlungsdauer

individuell sehr unterschiedlich, abhängig von der Dauer, bis der richtige Umgang mit den Nervenschmerzen zu einer dauerhaften Verbesserung der Lebensqualität beiträgt

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Therapie

vollständige Schmerzfreiheit kann selten erlangt werden, realistisch ist eine Schmerzreduktion um 30 bis 50 %

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

keine

Inhaltsübersicht
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Was sind neuropathische Schmerzen?

Bei chronischen Nervenschmerzen, auch als neuropathische Schmerzen bezeichnet, hat der Schmerz seine spontane Signalfunktion verloren. In den meisten Fällen entwickelt sich als Folge einer Erkrankung ein eigenständiges Krankheitsbild. Chronische Schmerzen können aber auch entstehen, wenn sich akute Beschwerden regelmäßig wiederholen. Der Körper speichert die Schmerzerfahrung ab, und das sogenannte Schmerzgedächtnis ruft die Symptome hervor, ohne dass Messfühler der Nervenenden erregt worden sind.

Was sind mögliche Ursachen für chronische Nervenschmerzen?

Es gibt viele Auslöser für neuropathische Schmerzen. Verantwortlich sind meist verletzte, geschädigte oder entzündete Nerven. In der Regel liegt der Schädigung eine körperliche Ursache zugrunde, wie z. B. Veränderungen des Nervensystems. Typisch kommen Nervenschmerzen daher vor bei Patienten mit:

  • Diabetes
  • Multipler Sklerose
  • Verletzungen des Rückenmarks durch Unfälle
  • Nervenkompressionen durch Bandscheibenvorfall oder Wirbelkanalverengung
  • Schlaganfällen
  • Amputierten Gliedmaßen

Zusätzlich spielen auch psychische Faktoren eine entscheidende Rolle. So ist z. B. bekannt, dass Personen mit einer psychischen Vorerkrankung wie Depressionen oder Personen, die unter sonstigen extremen Belastungssituationen leiden, eine besondere Verstärkung der Symptome erdulden müssen.

Was sind typische Symptome von neuropathischen Schmerzen?

Patienten, die an chronischen Nervenschmerzen leiden, weisen charakteristisch eine veränderte Hautsensibilität auf. Sie reagieren überempfindlich auf bestimmte Reize, wie Wärme, Kälte oder Druck (fachsprachlich als Allodynie bekannt). Häufig kommen auch spontane brennende Schmerzen oder einschießende Schmerzattacken hinzu.

Wie werden chronische Nervenschmerzen diagnostiziert?

Zur Diagnose der Nervenschmerzen wird nach der detaillierten Schilderung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) im Rahmen einer neurologischen Untersuchung die charakteristisch veränderte Hautsensibilität beurteilt. Dies gelingt mithilfe der Quantitativ Sensorischen Testung (QST), bei der die betroffenen Areale des Patienten auf Wärme, Kälte, Druck, Vibration, Berührung und stumpfe Nadelreize getestet werden. Die Ergebnisse geben schließlich Rückschlüsse auf vorhandene Nervenschädigungen. Anschließend können Verletzungen bzw. Vorerkrankungen der Nerven mit einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit nachgewiesen werden.

Wie werden chronische Nervenschmerzen behandelt?

Generell gilt: Eine Schmerztherapie sollte am besten so früh wie möglich eingeleitet werden. In der Akutphase kann nämlich noch verhindert werden, dass der Schmerz überhaupt chronisch wird. Um den zugrunde liegenden Schmerz bzw. dessen verursachende Krankheit ausfindig zu machen, empfiehlt sich immer das Führen eines Schmerztagebuchs. Anhand davon wird ein Behandlungsplan erstellt, optimal basierend auf einem multimodalen Konzept. Neben einer medikamentösen Behandlung wird hierbei Physio- und Ergotherapie kombiniert. Dabei sollte man wissen, dass in den meisten Fällen eine Schmerzreduktion um 30 bis 50 % als realistisch eingestuft wird. Vollständige Schmerzfreiheit kann nur sehr selten wieder -erlangt werden. Daher ist auch der richtige Umgang mit den Schmerzen entscheidend, um die Lebensqualität des Patienten dauerhaft zu verbessern. Bei bestimmten Indikationen ist auch eine Operation sinnvoll. Dies lässt sich allerdings nur anhand der individuellen Gegebenheiten beurteilen.

Häufig gestellte Fragen

Schmerz im Allgemeinen wird von jedem Menschen anders wahrgenommen. Selbst wenn das Geschehen identisch ist, dient Schmerz als biologischer Schutzmechanismus, dessen Signal auf dem Weg ins Gehirn Vorrang vor anderen Reizen erhält. Die Schmerzempfindung ist dann letztendlich eine emotionale Reaktion auf die Bewertung im Gehirn und daher bei jedem Menschen individuell.

Akute Schmerzen machen in der Regel darauf aufmerksam, dass im Körper etwas nicht stimmt. So zeigen sie Entzündungen, Reizungen oder Wunden auf und haben eine Art Warnfunktion. Das Wort „akut“ bezieht sich dabei auf einen plötzlich auftretenden Schmerz, der zeitlich begrenzt ist. Solche Schmerzen kennt man z. B. bei Prellungen, Schnittverletzungen oder Sonnenbrand. Tritt ein Schmerz dagegen ohne einen typischen Auslöser auf, verliert er seine Warnfunktion und entwickelt sich zur Erkrankung, die über einen längeren Zeitraum anhalten kann.

Von chronischen Schmerzen ist dann die Rede, wenn sie länger als drei Monate bestehen. Zusätzlicher Hinweis: Die Schmerzen zeigen sich auch noch nach der abgeschlossenen Behandlung der zugrunde liegenden Verletzung oder Krankheit weiter.

Bei Nervenschmerzen verfehlen die meisten frei verkäuflichen Schmerzmittel ihre Wirkung. Der Grund: Wirkstoffe wie Ibuprofen wirken vorrangig, wenn der Schmerz durch eine Entzündung hervorgerufen wird. Nervenschmerzen entstehen dagegen, wenn Nerven verletzt oder geschädigt sind. Allgemein empfiehlt es sich außerdem nicht, mit rezeptfreien Medikamenten zu experimentieren. Insbesondere bei Nervenschmerzen sollte möglichst frühzeitig ein Arzt zurate gezogen und eine Therapie angestrebt werden.

Je länger ein Patient falsch bzw. nicht angemessen behandelt wird, desto wahrscheinlicher ist ein ausgeprägtes Schmerzgedächtnis. Die gespeicherten Schmerzerfahrungen lassen sich dann nur schwer oder im schlimmsten Fall sogar überhaupt nicht mehr rückgängig machen. Eine vollständige Schmerzfreiheit bei chronischen Nervenschmerzen ist dann kaum noch zu erreichen.

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