PASHA®-Elektrode zur Linderung von chronischen Schmerzzuständen

Chronische Nervenschmerzen (Neuralgien) in Rücken oder Beinen durch einen Bandscheibenvorfall, eine Wirbelkanalverengung oder auch nach einer Bandscheibenoperation können extrem quälend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Neue Hoffnung bietet nun ein schmerztherapeutisches Verfahren mit der PASHA®-Elektrode bzw. Multifunktionselektrode. Das Verfahren wird auch als „Nervenmodulation“ bezeichnet.

Folgender Filmbeitrag zeigt den Ablauf einer Behandlung mit der Multifunktionselektrode:

Ziel der Behandlung

Die schonende Verödung von schmerzführenden Nervenbahnen durch eine gezielte Wärmeapplikation ist schon länger bekannt und wird erfolgreich zur Linderung eines Schmerzsyndroms an den kleinen Wirbelgelenken (Facettensyndrom) bei eingesetzt. Bei dieser Form der Verödung kommt ein gepulster Radiofrequenzstrom (PRF) zum Einsatz, wodurch ein starkes elektrisches Feld ohne Wärmewirkung erzeugt wird. Da die Schmerzweiterleitung über die Hinterwurzeln des Rückenmarknerven im Bereich des Epiduralraums verläuft, ist es naheliegend, diese dort schon zu unterbrechen, um damit die Fortleitung der Nervenschmerzen zu unterbinden. Möglich macht dies ein neuartiger Multifunktionskatheter, die sogenannte PASHA®-Elektrode. Hierbei handelt es sich um einen flexiblen Katheter, der sehr präzise und schonend in lokaler Betäubung über eine Kanüle in den Epiduralraum eingeführt werden.

So läuft die Behandlung ab

Unter örtlicher Betäubung wird die PASHA®-Elektrode über eine Kanüle direkt in den Epiduralraum vorgeschoben. Der Eingriff erfolgt unter Röntgenkontrolle. Durch Anschluss des Katheters an einen Radiofrequenz-Generator können nun stufenweise Stimulationen durchgeführt werden, um die Schmerzquelle bzw. die betroffene Nervenwurzel genau zu orten. Anschließend erfolgt die gepulste Radiofrequenzbehandlung der schmerzauslösenden Nervenwurzel. Dabei reicht durch die Verwendung des erzeugten elektrischen Radiofrequenzfelds eine Temperaturerhöhung auf nur 42 °C für jeweils 7 Minuten – eine Schädigung des Nervengewebes ist damit ausgeschlossen. Falls notwendig können zur schnelleren Schmerzlinderung anschließend noch entzündungshemmende und abschwellende Medikamente eingebracht werden. Laut aktueller Studien wird mit dem Verfahren in 70 bis 80 Prozent der Fälle eine langfristige Schmerzreduktion und sogar Schmerzfreiheit erreicht. Für den Eingriff ist ein kurzstationärer Aufenthalt von zwei bis drei Tagen notwendig.

Folgende Krankheitsbilder können behandelt werden

  • Wurzelreizsyndrome bei Bandscheibenvorfall im Halswirbelsäulen-, Brustwirbelsäulen- und Lendenwirbelsäulenbereich
  • Wirbelkanalverengung – auch über mehrere Etagen
  • Postnukleotomiesyndrom – Vernarbungssyndrom
  • Vertebragene Kopfschmerzen
  • Chronische Schmerzen nach einer Gürtelrose
  • Morbus Sudeck

Mehr zum Thema:

Das MVZ im Helios hat eine Broschüre zum Fachbereich „Wirbelsäule“ veröffentlicht. Nachfolgend können Sie diese als PDF herunterladen.

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2.1 Wirbelsäule