Tennisarm / Golferarm

Tennisarm | MVZ im Helios München

Tennisarm / Golferarm im Überblick

Wenn das Händedrücken heftige Schmerzen verursacht, kann ein Golfer- oder Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) die Ursache sein. Ausgangspunkt sind Mikroeinrisse im Sehnenansatz der Unterarm-Streckmuskulatur. Diese entstehen infolge einer Fehl- bzw. Überlastung. Dadurch wird eine besonders schmerzhafte Reiz- oder Entzündungsreaktion in Gang gesetzt.

Grundsätzlich wird die Diagnose „Tennisarm“ bzw. „Tennisellenbogen“ bei uns im Medizinischen Versorgungszentrum im Helios (MVZ) bis zu zwanzigmal häufiger als der Befund „Golferarm“ bzw. „Golferellenbogen“ gestellt. Dabei spielt sich bei einem Golferarm die Reizung des Sehnenansatzes nicht wie beim Tennisarm an der Außenseite, sondern an der Innenseite des Ellenbogens ab. Sowohl Tennis- als auch Golferarm sollten möglichst umgehend behandelt werden, da andernfalls ein chronischer Verlauf droht.

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Symptome

Druckempfindlichkeit, (ausstrahlende) Schmerzen am äußeren Ellenbogenknochen (Tennisarm) bzw. an der Innenseite des Ellenbogens (Golferarm)

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Behandlungsdauer

vier bis sechs Wochen

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Therapie

Ruhigstellung, Lactopurum-Injektionen, Physiotherapie, Stoßwellentherapie, Röntgenreizbestrahlung, chirurgischer Eingriff nach Wilhelm

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Schonzeit

vier bis sechs Wochen

Inhaltsübersicht
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Was ist ein Tennis- oder Golferarm?

Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt: Nicht nur die jeweiligen Sportler können von einem Tennis- oder Golferarm betroffen sein. Der Begriff bezeichnet vielmehr eine schmerzhafte Überlastung der Sehnen im Bereich des Ellenbogens. Meist hervorgerufen durch wiederkehrende Bewegungsmuster (wie beispielsweise bei der Arbeit am PC), schmerzt bei einem Tennisarm typischerweise die Außenseite, bei einem Golferarm die Innenseite des Ellenbogens (im Ansatzbereich der Unterarmbeugemuskeln).

Was sind mögliche Ursachen für einen Golfer- oder Tennisarm?

Tennis- oder Golfspielen sind ein möglicher Grund für das Beschwerdebild. Grund dafür sind die mechanischen Stoß- und Vibrationsbelastungen, die durch die Aufprallenergie des Tennisballs oder Golfballs auf den Schläger entstehen. Sie führen zu einer Beanspruchung der Streckmuskulatur und deren Sehnenansatz am Ellbogen. Faktisch kann aber auch jede andere Situation, bei der die Hand bei gebeugtem Ellbogen mit Kraft einseitige Bewegungsabläufe ausführt, einen Golfer- oder Tennisarm zur Folge haben. Weitere Beispiele sind daher länger andauerndes Schraubendrehen oder Hämmern, falsche Armhaltung während der Arbeit am Computer oder auch das falsche bzw. ungewohnte Ausüben von Sportarten (insbesondere bei ungeübten Hobbysportlern).

Was sind typische Symptome?

Typische Anzeichen für einen Golfer- oder Tennisarm sind Druckschmerzen am äußeren Ellenbogenknochen sowie Schmerzen bei Streckbewegungen des Handgelenks und Drehungen des Unterarms. Oft strahlen die Schmerzen im Ellenbogen sogar über die Außenseite bis in die Hand aus. Neben dem Händedrücken kann auch das Heben von Gegenständen Probleme bereiten.

Wie wird ein Tennis- oder Golferarm diagnostiziert?

Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, dass die Ursache für einen Tennis- oder Golferarm durch eine sorgfältige Untersuchung sicher geklärt ist. Eine Arthrose des Ellenbogengelenks, ein Nervenengpass-Syndrom oder ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule rufen oft ähnliche Symptome hervor, verlangen jedoch nach einer anderen Behandlungsstrategie. So ist neben einem Provokationstest, bei dem die Ellenbogenstreckung und -beugung gegen Widerstand durchgeführt werden, auch eine Ultraschalluntersuchung essenziell, um die entstandene Entzündungsreaktion bildlich darstellen zu können. Gerade bei langwierigen Krankheitsverläufen raten wir im MVZ im Helios auch zum Röntgen des betroffenen Ellenbogens. Nur so können wir nämlich bereits fortgeschrittene Verkalkungsprozesse erkennen. Besteht hingegen der Verdacht, dass sich Mikrorisse gebildet haben, wird ein MRT (Magnetresonanztomografie) unumgänglich.

Wie wird ein Tennis- oder Golferarm behandelt?

Grundsätzlich sollten akute Beschwerden, die auf einen Golfer- oder Tennisarm hinweisen, möglichst umgehend behandelt werden. Andernfalls droht ein chronischer Verlauf, der meist eine langwierige Therapie nach sich zieht.

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Konservative Therapie

Zunächst setzen wir im MVZ im Helios bei einem Golfer- oder Tennisarm auf eine konservative Behandlung, bei der die konsequente Vermeidung der einseitigen Belastung durch Ruhigstellung (z. B. mit einem Salbenverband oder einer Manschette) im Vordergrund steht. Begleitend können folgende Verfahren helfen:

Seit Kurzem wird die neue Infiltrationstherapie, die Sportmediziner in den USA schon seit Jahren erfolgreich zur Linderung eines Tennis- oder Golferellenbogens anwenden, auch bei uns im MVZ im Helios eingesetzt. Hierbei wird dem Patienten in regelmäßigen Abständen über mehrere Wochen Lactopurum (eine natürliche Milchsäure) in die betroffene Ellenbogenregion gespritzt. Die Milchsäure ist sehr gut verträglich und kann im Idealfall bereits nach den ersten zwei bis drei Behandlungen zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen. Alternativ können die Injektionen auch mit örtlichen Betäubungsmitteln, Kortison oder Eigenblut durchgeführt werden.

Um den Erfolg der gängigen konservativen Verfahren zu unterstützen, empfiehlt sich bei einem Tennis- und Golferarm eine Physiotherapie. Studien haben sogar belegt, dass konsequent durchgeführte Übungen den Heilungsprozess deutlich beschleunigen können. Spezielle Dehnungs- und Kräftigungsübungen verbessern zusätzlich die Beweglichkeit.

Während sich die Injektionsmethode hauptsächlich für akute Krankheitsbilder empfiehlt, ist die extrakorporale Stoßwellentherapie (EWST) vor allem bei einem chronischen Verlauf des Golfer- oder Tennisarms eine Option. Ziel ist es, auf diese Weise eine Operation zu vermeiden. Mittels gebündelter Wellen werden Kalkablagerungen, die sich durch die anhaltende Entzündung im Gelenk gebildet haben, völlig schmerzfrei zerkleinert. Gleichzeitig wird die Durchblutung in der behandelten Region angeregt und die Selbstheilung des Körpers aktiviert. Die Stoßwellentherapie wird in der Regel drei- bis fünfmal im wöchentlichen Abstand durchgeführt.

Führen die gängigen konservativen Behandlungsmethoden nicht zum gewünschten Erfolg, profitieren Betroffenen oftmals auch von einer Röntgenreizbestrahlung des Tennis- oder Golferarms. Dabei kommen niedrig dosierte und lokal eingesetzte, weiche Röntgenstrahlen zum Einsatz, die in erster Linie den Entzündungsprozess hemmen und die Durchblutung anregen. Der Heilungsprozess wird dadurch maßgeblich unterstützt. Die Anwendung ist komplett schmerzfrei und mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden. Üblicherweise sind vier bis sechs Sitzungen im Zeitraum von zwei bis drei Wochen ratsam.

Operative Therapie

Chirurgische Eingriffe an Ellenbogen, Händen und Fingern gehören zu den besonders anspruchsvollen Verfahren. Manchmal sind sie jedoch die einzige Erfolg versprechende Therapie, um Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen dauerhaft zu beseitigen. So wie es beim Golfer- oder Tennisarm der Fall ist, sollte der chronische Prozess bereits weit fortgeschritten sein. Methode der Wahl ist dabei die Operation nach Wilhelm, bei der die betroffene Sehne nahe ihrem Ansatz eingekerbt und die schmerzleitenden Nervenfasern rund um den Sehnenansatz durchtrennt werden. In der Regel führen wir im MVZ im Helios die Operation ambulant durch.

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Häufig gestellte Fragen

Der Verlauf und die Dauer eines Tennis- oder Golferarms hängt ganz davon ab, ob es sich um ein akutes Krankheitsbild oder einen chronischen Verlauf handelt. Gerade im Anfangsstadium sind die Prognosen allerdings sehr gut. So führt eine konsequent durchgeführt konservative Behandlung in den meisten Fällen nach sechs bis acht Wochen zu einer kompletten Abheilung des Golfer- oder Tennisarms.

Wird der Tennis- oder Golferarm nicht behandelt, drohen ernst zu nehmende Schäden an den betroffenen Sehnen sowie Muskelansätzen. Gerade in den Anfangsstadien lässt sich ein Tennisellenbogen bzw. Golferellenbogen mit frühzeitig eingeleiteten konservativen Methoden noch gut therapieren. Eine Operation kann somit ausbleiben, ebenso wie das Risiko irreversibler und chronischer Schädigungen.

Es kommt ganz auf die jeweilige Tätigkeit an, ob ein Tennis- oder Golferarm mit dem Berufsleben vereinbar ist oder nicht. Ist der Tennis- oder Golferellenbogen nämlich nicht vollständig auskuriert, können die Beschwerden bei Belastung immer wieder auftreten.

Eine Operation des Tennis- oder Golferarms wird erst dann empfohlen, wenn sich die Symptome und Beschwerden auch mit konsequent durchgeführter konservativer Therapie nicht lindern lassen. In der Regel geht man von einem Zeitraum von vier bis sechs Monaten aus, bis eine operative Therapie in Betracht gezogen wird. Schätzungsweise kommt es heute aber nur noch bei rund fünf Prozent der Fälle zu einer operativen Behandlung des Golfer- oder Tennisellenbogens.

Natürlich können auch Hausmittel helfen, zumindest leichte akute Symptome eines Tennis- oder Golferarms zu mindern. So zählt Quark zu einem beliebten Mittel der Wahl, um mittels Wickel einen kühlenden und schmerzlindernden Effekt zu erzielen. Das Gleiche gilt für möglichst große Kohlblätter, die als Wickel auf den betroffenen Ellenbogen für einen angenehmen Kühleffekt sorgen.

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