Knorpelschaden im Knie

Knorpelschaden Knie | MVZ im Helios München

Knorpelschaden im Knie im Überblick

Damit ein Gelenk einwandfrei funktioniert, sind die am Bewegungsvorgang beteiligten Knochen an deren Enden mit Knorpel überzogen. Der Gelenkknorpel dient unter anderem dazu, dass das Gelenk „geschmeidig läuft“ und dass Stöße abgefangen werden. Ist der Knorpel eines Gelenks geschädigt, treten häufig Bewegungs- und Belastungsschmerzen sowie Schwellungen auf. Insbesondere ein unbehandelter Knorpelschaden im Knie kann schwerwiegende Folgen für das betroffene Gelenk haben.

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Symptome

Schmerzen im Knie, Knirsch- und Knackgeräusche, Schwellungen, Beeinträchtigungen der Beweglichkeit

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Behandlungsdauer

mehrere Monate

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Therapie

Krankengymnastik, Bandagen, PRP- oder Hyaluronsäuretherapie, operative Maßnahmen (u. a. Knorpelglättung, Mikrofrakturierung, Knorpeltransplantation)

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

drei bis sechs Wochen abhängig vom Verfahren

Inhaltsübersicht
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Was ist ein Knorpelschaden im Knie?

Das Knorpelgewebe im Knie ist in der Regel mehrere Millimeter dick. Dank der besonderen Beschaffenheit wirkt es wie eine Art Kissen zwischen dem Ober- und Unterschenkel, wodurch Belastungen auf das Kniegelenk abgefedert werden. Kommt es durch Verletzungen oder Abnutzung zu Schädigungen des Knorpels im Kniegelenk, nimmt die Stoßdämpferfunktion ab. Dies hat eine zunehmende Reibung der Gelenke zur Folge. Zunächst meist unbemerkt können Knorpelschäden im Knie für Betroffene zu massiven Einschränkungen führen.

Was sind mögliche Ursachen für Knorpelschäden im Knie?

Die häufigste Ursache für einen Knorpelschaden im Knie ist eine intensive Fehlbelastung des Gelenks, wie sie bei Sportverletzungen oder nach Unfällen (Verdrehung des Kniegelenks) vorkommen.

Weitere mögliche Ursachen können sein:

  • Beinachsenfehlstellung (X-Bein oder O-Bein), angeboren oder durch Bandinstabilität
  • Langjährige Überlastung durch Übergewicht
  • Altersbedingter Verschleiß der Knorpeloberfläche (Arthrose)

Was sind typische Symptome?

Ein entstehender Knorpelschaden im Knie bleibt in den meisten Fällen unbemerkt. Der Grund: Das Knorpelgewebe ist mit keinerlei Nervenbahnen versehen. Eine Früherkennung gestaltet sich daher oft als schwierig. Erst im Verlauf kommt es schließlich zu typischen Symptomen wie:

  • Knirsch- oder Knackgeräusche im Knie
  • Knieschmerzen
  • Beeinträchtigung in der Beweglichkeit
  • Schwellungen

Das Ausmaß der Beschwerden hängt dabei übrigens immer von der Größe beziehungsweise der Tiefe des Knorpeldefekts ab.

Wie wird ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf einen Knorpelschädigung im Kniebereich, bedarf es einer genauen klinischen Untersuchung. Im Medizinischen Versorgungszentrum im Helios (MVZ) setzen wir vorrangig auf eine radiologische Abklärung (Röntgen), Ultraschall sowie eine Kernspintomografie (MRT) des Kniegelenks. Um bestehende Missstände (z. B. eine Fehlstellung der Beinachse) aufzudecken, folgen gegebenenfalls weitere Untersuchungen. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte Rotations-CT. Nach genauester Analyse der Diagnostikverfahren wird der Knorpelschaden am Knie dann in vier Stadien unterteilt:

  • Stadium I: weicher Knorpel
  • Stadium II: raue Oberfläche mit ersten Rissen
  • Stadium III: tiefe Risse bis zum Knochen
  • Stadium IV: vollständiger Verbrauch des Knorpels mit frei liegendem Knochen

Wie wird ein Knorpelschaden im Knie behandelt?

Allein in Deutschland werden jährlich schätzungsweise rund 30.000 Menschen aufgrund von Schädigungen des Knorpels behandelt. Die Tendenz geht dabei zunehmend zu jüngeren, sportlich aktiven Menschen. Kleinere, oberflächliche Knorpelschäden am Knie lassen sich in der Regel mit konservativen Maßnahmen behandeln.

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Konservative Therapie

Im MVZ im Helios bildet die Erstellung eines individuellen Behandlungskonzepts die Basis der konservativen Therapie. Dieses kann bestehen aus Sport- und Ernährungsberatung, Krankengymnastik, Einlagenversorgung, Bandagen und Schienen, Akupunktur oder auch Nahrungsergänzungen. Als Erfolg versprechend gelten auch:

Mit Hyaluronsäurespritzen lässt sich die Schmierung des defekten Kniegelenks vorübergehend verbessern. Als natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit wird das Hyaluron direkt in den betroffenen Bereich des Kniegelenks injiziert. Nach drei bis fünf Sitzungen ist für den Patienten dann bereits eine deutliche Verbesserung spürbar. Die Entzündung im Gelenk reduziert sich in der Regel erheblich, und entsprechend nehmen auch vorhandene Schmerzen ab. Um den Effekt aufrechtzuerhalten, ist nach sechs Monaten eine Auffrischungsbehandlung nötig.

Im Fall der Orthokin®-Methode wird das Eiweiß Interleukin-1-Rezeptorantagonist aus dem Blut des Patienten gewonnen und aktiv zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und zum Schutz vor weiterem Knorpelabbau genutzt. Die Blutabnahme erfolgt mithilfe einer Spezialspritze, in der sich kleine, oberflächenveränderte Glaskügelchen befinden, die eine Wunde simulieren und so im Verlauf einer mehrstündigen Inkubation die Blutzellen zur Bildung von Interleukin-1-Rezeptorantagonist anregen. Abschließend wird das natürlich angereicherte Blut zentrifugiert und das gewonnene Serum in das betroffene Gelenk injiziert. Je nachdem, wie viel Serum sich aus dem entnommenen Blut herstellen ließ, steht Substrat für drei bis fünf Injektionen zur Verfügung. Das Präparat wird im MVZ im Helios portioniert eingefroren und ist so circa ein halbes Jahr haltbar.

Eine weitere Option sind Injektionen mit Eigenblut. Hierfür wird körpereigenes Blut, das dem Patienten zuvor abgenommen wurde, nach der Aufbereitung in einer Zentrifuge ebenfalls direkt in den betroffenen Bereich des Kniegelenks injiziert. Reich an wachstumsfördernden, entzündungshemmenden Stoffen fördert das die Regeneration, und der Heilungsprozess wird ebenfalls beschleunigt. Eine deutliche Entlastung mitsamt Schmerzlinderung ist in der Regel nach drei bis vier Behandlungen zu erwarten.

Reichen diese konservativen Therapiemöglichkeiten nicht mehr aus, sind knorpelchirurgische Maßnahmen zum Schutz des Gelenks erforderlich.

Operative Therapie

Bei Knorpelschäden im Knie richtet sich die operative Behandlung grundsätzlich nach der Größe (Ausdehnung) und Tiefe des Defekts. Zudem spielen Faktoren wie Intaktheit des frei liegenden Knochens, Knorpelqualität sowie Alter des Knorpeldefekts eine entscheidende Rolle. Des Weiteren gilt: je jünger der Patient, desto größer die Erfolgschancen einer operativen Therapie. Hierzu zählen:

Im Rahmen einer Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) können ausgefranste oder instabile, das Gelenk in seiner Biomechanik störende Knorpelanteile, vorsichtig abgetragen werden.

Mit einer spitzen Ahle wird die unter dem Knorpel gelegene Knochenlamelle aufgebrochen (Mikrofrakturierung), oder der unter dem defekten Knorpel gelegene Knochen wird angebohrt. Bei diesen Verfahren kommt es durch Stimulierung des Knochenmarks zur Bildung eines Ersatzknorpels (Regenerat). Sie kommen bei kleineren Defekten zur Anwendung.

Bei größeren und tiefen Knorpeldefekten entnehmen wir im MVZ im Helios zunächst im Rahmen einer Arthroskopie winzige Knorpelstückchen. Diese werden dann in einem Speziallabor vermehrt. Nach drei Wochen werden diese Zellen in einer zweiten (offenen) Operation auf eine Kollagenmembran (Matrix) aufgebracht, die dann in den Defekt eingesetzt wird. Die Membran löst sich im Laufe der nächsten Wochen auf, und im Defekt bildet sich ein körpereigener Ersatzknorpel.

Sind die Knorpeldefekte größeren Ausmaßes, findet meist die sogenannte AMIC-Technik Anwendung. Dabei wird auf die Matrix-eingeleitete, eigene Knorpelerzeugung gesetzt. Um dies zu erreichen, erfolgt zunächst die Säuberung des offen dargestellten Knorpelschadens im Knie. Sind die Knorpelränder wieder stabil, erfolgt eine Mikrofakturierung (wie oben beschrieben).

Sind Knorpelschäden durch eine Beinachsenfehlstellung in nur einem Gelenkbereich (z. B. beim O-Bein im inneren Gelenkbereich) entstanden, kann durch eine Korrektur der Beinachse der überlastete Bereich entlastet und die Körperlast auf den bisher zu wenig belasteten Gelenkabschnitt verlagert werden. Auf diese Weise wird die eigentlich notwendige Prothesenimplantation oft vermieden oder zumindest auf mehrere Jahre hinausgezögert.

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Häufig gestellte Fragen

Im frühen Stadium lässt sich ein Knorpelschaden im Knie leider nur schwer erkennen. In den meisten Fällen treten erste Symptome nämlich erst im weiteren Verlauf der Krankheitsgeschichte aus. Dann äußerst sich der Knorpelschaden im Knie meist mit Schmerzen, abhängig von Stadium des Defekts ausschließlich bei Bewegung bzw. auch im Ruhezustand. Häufig deutet dann auch eine Schwellung des Gelenks mitsamt Gelenkerguss auf einen Schaden des Knorpels hin.

Mit zunehmendem Alter kann es durchaus zu Verschleißerscheinungen (Arthrose) und damit verbunden zu Knorpelschäden im Knie kommen. Es muss allerdings erwähnt werden, dass durchaus auch jüngere und vor allem sportlich aktive Menschen Knorpelschäden erleiden können. Dies hängt dann meist mit Sportverletzungen oder Unfällen zusammen.

Bei Knorpelschäden im Knie sind sanfte und gelenkschonende Sportarten ideal. Hierzu zählen Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen. Aber auch leichtes Krafttraining empfiehlt sich. Eher schädlich hingegen sind sogenannte Start-Stopp-Bewegungen, wie beim Fußballspielen.

Gelenkknorpel können sich sehr wohl selbst regenerieren. Diese Eigenschaft macht sich beispielsweise die PRP-Therapie zunutze. Da die natürliche Regeneration sehr schleppend verläuft und in der Regel nicht für eine deutliche Verbesserung der Beschwerden ausreicht, kann sie mit Eigenblutinjektionen und den im Blut enthaltenen entzündungshemmenden, wachstumsfördernden Stoffen unterstützt und angeregt werden. Jedoch ist in diesem Fall herauszustellen, dass es sich bei dem regenerierten Knorpel keinesfalls um sogenannten hyalinen Knorpel handelt, denn dieser entsteht nur solange sich der menschliche Körper im Wachstum befindet. Mit dem Abschluss des Längenwachstums stellt auch der hyaline Knorpel sein Wachstum ein.

Grundsätzlich muss die Nachbehandlung individuell an den Patienten angepasst werden. Es kann allerdings gesagt werden, dass in der Regel das Kniegelenk sofort wieder belastet werden kann. Um das Gelenk dennoch zu schonen, ist meist zum Ruhigstellen des Gelenks in den ersten Tagen das Tragen einer Schiene erforderlich sowie das Verwenden von Gehstöcken. Schrittweise kann das Kniegelenk dann auch wieder gebeugt werden. Gleiches gilt für die Rückkehr zum Sport, die abhängig vom Befund und operativen Eingriff erst nach sechs bis zwölf Monaten beginnen sollte.

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