Kreuzbandriss

Kreuzbandriss | MVZ im Helios München

Kreuzbandriss im Überblick

Im Kniegelenk befinden sich vier (Haupt-)Bandstrukturen: das Außenband, das Innenband, das vordere sowie das hintere Kreuzband. Wird eines dieser Bänder überdehnt, kann es der Belastung nicht standhalten und teilweise oder sogar vollständig reißen. In den meisten Fällen ist bei einem Kreuzbandriss das vordere Kreuzband betroffen. Behandelt werden kann der Riss – abhängig von Ausmaß und Art – sowohl konservativ als auch operativ.

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Symptome

Schmerzen, Schwellungen, Instabilität im Kniegelenk

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Behandlungsdauer

meist mehrere Wochen

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Therapie

konservative sowie operative Verfahren

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

abhängig vom individuellen Befund

Inhaltsübersicht
Inhaltsübersicht

Was ist ein Kreuzbandriss?

Kreuzbänder befinden sich im Knie und dienen dazu, das Kniegelenk zu stabilisieren, die Streckung sowie Rotation zu begrenzen und somit vor Verrenkungen zu schützen. Sie verlaufen im Inneren des Gelenks vom Oberschenkelknochen bis zum Schienbein und sind in der Regel sehr reißfest. Dennoch handelt es sich bei einem teilweise oder vollständigen Riss des Kreuzbands um eine der häufigsten Knieverletzungen. Bleibt ein Kreuzbandriss unbehandelt, kann es zu Folgeschäden der Menisken oder des Gelenkknorpels kommen, sprich zur Zerstörung des Kniegelenks.

Was sind mögliche Ursachen für einen Bänderriss?

Zu einem Riss oder einer Schädigung der Kreuzbänder kann es kommen, wenn diese unter Einwirkung von Hebel- und/oder Rotationskräften, z. B. bei Sport- oder Freizeitunfällen, über ihre Elastizitätsgrenze hinaus strapaziert werden. Da das vordere Kreuzband größere Lasten stützen muss, wird es deutlich häufiger verletzt als das hintere Kreuzband. Als Grund für den Riss ist oft eine unnatürliche Verdrehung des Kniegelenks auszumachen. Verletzungen des hinteren Kreuzbands gehen hingegen meist auf eine außerordentlich starke Krafteinwirkung zurück, etwa bei einem Auto- oder Motorradunfall.

Was sind typische Symptome?

  • Schmerzen: Zu den häufigsten Symptomen eines Kreuzbandrisses zählen heftige, sofort nach dem Riss auftretende Schmerzen im Knie, die im Verlauf aber auch wieder nachlassen können.
  • Schwellungen: Nach einer Bandruptur bilden sich häufig Schwellungen und Blutergüsse aufgrund von vermehrter Flüssigkeitsansammlung oder Einblutungen im Gelenk.
  • Instabilität: Auch eine Instabilität im Kniegelenk ist unausweichlich. Dies geht teilweise mit einem „Wegknicken“ des Gelenks einher. Grund dafür ist z. B. bei einem vorderen Kreuzbandriss die entstandene Instabilität des Schienbeins zum Oberschenkel.

Wie wird ein Kreuzbandriss diagnostiziert?

Nach der Schilderung des genauen Unfallhergangs führt der behandelnde Arzt Stabilitätstests, Gang- und auch Balanceprüfungen durch. Dabei wird geprüft:

  • wann und wobei die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten sind,
  • ob das Knie noch vollständig belastet werden kann,
  • ob eine Instabilität des Kniegelenks besteht,
  • welche Bewegungen noch ohne Schmerzen durchgeführt werden können bzw. welche Bewegungen den Schmerz verstärken.

Anhand der Antworten ist es dem behandelnden Arzt in der Regel bereits möglich, eine erste Verdachtsdiagnose zu stellen. Außerdem werden Durchblutung, Motorik und Sensibilität (DMS-Test) des betroffenen Bereichs sowie der Bewegungsumfang im Vergleich zur Beingegenseite geprüft. Häufig wird auch der sogenannte Schubladentest durchgeführt, bei dem der Patient mit dem verletzten Bein bei 45 Grad Hüftbeugung und neunzig Grad Kniebeugung auf dem Rücken liegt. Lässt sich der Unterschenkel im Kniegelenk vom Arzt wie eine Schublade nach vorne schieben, besteht eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes. Ist hingegen eine übermäßige Beweglichkeit des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel nach hinten möglich, deutet dies auf eine Schädigung des hinteren Kreuzbands hin. Alternativ können auch weitere spezifische Tests, wie z. B. der Pivot-Shift-Test, auf eine Instabilität der Kreuzbänder hindeuten.

Zur Absicherung der Diagnose stehen natürlich auch bildgebende Verfahren zur Verfügung. Mithilfe von Röntgenuntersuchungen lässt sich beispielsweise abklären, ob zusätzlich eine Verletzung im Bereich des Knies vorliegt (z. B. Fraktur des Knochens). Der Kreuzbandriss selbst ist auf diesen Bildern allerdings nicht darstellbar. Hierfür ist eine Magnetresonanztomografie (MRT) nötig, die auch aufzeigen kann, ob das Kreuzband vollständig oder nur teilweise eingerissen ist.

Wie wird ein Kreuzbandriss behandelt?

Grundsätzlich richtet sich die Art der Behandlung nach der individuellen Verletzung. Abhängig davon, welches Kreuzband betroffen ist, wo sich der Schaden im Verlauf des Kreuzbands genau befindet und ob es sich um einen teilweisen oder vollständigen Riss handelt, wird eine konkrete Therapiestrategie festgelegt. Ziel aller Behandlungsoptionen ist es, dass das betroffene Kniegelenk wieder vollständig stabil, beweglich und belastbar ist. Hierfür stehen sowohl konservative als auch operative Verfahren zur Verfügung.

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Konservative Therapie

Für konservative Therapien (insbesondere bei einem stabilen Teilriss) spricht vor allem, wenn die Verletzung die Beweglichkeit und Aktivität des Betroffenen im Alltag nicht wesentlich behindert. Auch das Alter und ein geringer körperlicher Aktivitätsanspruch können Gründe für einen nichtoperativen Therapieansatz sein. Im Vordergrund stehen dann Ruhigstellung sowie Stabilisierung des Knies mittels Schiene sowie die Anwendung orthobiologischer Therapien wie Eigenplasma (PRP), um eine schnellstmögliche Reduktion der Schwellung und Entzündung im Gelenk zu erzielen. Erst im Anschluss folgt ein Muskelaufbauprogramm aus manualtherapeutischen und physiotherapeutischen Übungen. Dies stärkt die Muskulatur am Kniegelenk und verleiht wieder Stabilität. Um eine Überlastung des Kniegelenks zu vermeiden, empfiehlt sich während des Trainings das Tragen einer Orthese.

Der Behandlungserfolg wird zu Beginn sowie nach sechs Wochen durch eine elektronische Ganganalyse sowie spezielle klinische Untersuchungen, Muskelfunktionstests usw. festgehalten. Erweist sich das Kniegelenk weiterhin als instabil, ist in der Regel ein operativer Eingriff unumgänglich.

Operative Therapie

Im Rahmen der operativen Therapie wird das gerissene Kreuzband in der Regel vollständig durch ein Transplantat (Kreuzbandplastik) ersetzt, indem eine körpereigene Sehne operativ in den ursprünglichen Verlauf des gerissenen Kreuzbands eingebracht wird. Infrage kommen hierfür entweder die Kniescheibensehne (Patellarsehne), eine Sehne (Semitendinosussehne), die sich an der Innenseite des Oberschenkels befindet, oder ein Teil der Sehne des Oberschenkelmuskels (Quadrizepssehne). Die Entfernung der Sehne hat in der Regel keine Folgen. Verankert wird das Transplantat im Knochen mit Schrauben oder Stiften. Der Eingriff erfolgt arthroskopisch assistiert, d. h., nur die Transplantatentnahme erfolgt offen. Der Rest der Operation wird arthroskopisch vorgenommen. Im Gegensatz zur konventionellen Operation ist dies wesentlich gelenkschonender.

Ist es nur zu einem Ausriss des Kreuzbands gekommen, kann in vielen Fällen auch eine Rekonstruktion des Kreuzbands im Rahmen einer Refixierung und/oder eines „Internal Bracing“ mit Direktnaht und innerer Schienung des Kreuzbands erfolgen. Dieses innovative und neuartige Verfahren wird ebenso im MVZ im Helios bei gegebener Indikation angeboten. Meist kann bereits nach vierzehn Tagen auf Gehstützen und nach sechs Wochen auf Orthesen (Kunststoffschienen) verzichtet werden. Dennoch ist der Eingriff bis zur vollen Wiedererlangung der Sportfähigkeit mit einer mehrwöchigen Erholungszeit verbunden. Wichtig ist dabei auch eine konsequente Physiotherapie zum Muskelaufbau.

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Häufig gestellte Fragen

Ein Kreuzbandriss macht sich bereits im Moment des Unfalls als akuter, stechender Schmerz bemerkbar. Zudem ist die Bewegung eingeschränkt, und es kommt zu einer Instabilität des Kniegelenks. Manche Patienten schildern auch ein „Schiebegefühl“ im Knie. Ebenso zählen Schwellungen und Blutergüsse zu typischen Symptomen eines Kreuzbandrisses.

Je nach Berufsprofil ist in der Regel eine Krankschreibung für zwei bis zwölf Wochen notwendig. Sitzende Bürotätigkeiten lassen sich dabei schneller wieder ausüben als körperliche Arbeiten.

Gewöhnlich kann das Krankenhaus bereits einen Tag nach der Operation wieder verlassen werden. Die exakte Aufenthaltsdauer richtet sich aber nach dem individuellen Befund, der Schmerzsituation sowie der Mobilisierung.

In der Regel ist es ratsam, für etwa zwei Wochen Unterarmstützkrücken zu verwenden, auch wenn neueste Techniken der Fixierung des Kreuzbandtransplantats inzwischen äußerst stabil sind. Auf diese Weise wird das Gelenk nicht vollständig belastet und der Heilungsprozess begünstigt.

Nach einem Riss des Kreuzbands ist eine mehrmonatige Rehabilitation essenziell. Ziel dabei ist es, das Knie wieder zu stabilisieren und die Muskulatur aufzubauen. Geeignete physiotherapeutische Übungen helfen außerdem dabei, „Gefühl“ im Knie zu bekommen, um sich wieder selbstständig und frei bewegen zu können.

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