Bandscheiben­vorwölbung

Bandscheibenvorwölbung | MVZ im Helios München

Bandscheiben­vorwölbung im Überblick

Von einer Bandscheibenvorwölbung, auch als Bandscheibenprotrusion bezeichnet, ist die Rede, wenn sich der Faserring der Bandscheibe in Richtung des Nervenkanals vorwölbt. Dies häuft sich mit zunehmendem Alter. Bei den meisten Betroffenen kommt es zwischen dem dreißigsten und 45. Lebensjahr zum ersten Auftreten einer Bandscheibenvorwölbung. Ein Grund dafür ist neben dem natürlichen Alterungsprozess auch die Abnahme von Mobilität und Bewegung.

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Symptome

tiefsitzende, dumpfe und teilweise brennende Schmerzen, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen

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Behandlungsdauer

vier bis sechs Wochen

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Therapie

medikamentöse Schmerztherapie, Physiotherapie / Krankengymnastik, Injektionsverfahren, Lasertherapie, Akupunktur, Wärme- und Elektrotherapie

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

keine

Inhaltsübersicht
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Was ist eine Bandscheiben­vorwölbung?

Der Mensch besitzt 23 Bandscheiben, die Wirbelkörper und Wirbelsäule miteinander verbinden und in erster Linie dazu dienen, Druckbelastungen abzufedern. Die Bandscheibe selbst besteht aus einem Faserring und einem weichen Gallertkern. Während bei einem Bandscheibenvorfall der Gallertkern aufgrund eines Risses des Faserrings in den Spinalkanal austritt und direkt auf eine Nervenwurzel drückt, wölbt sich der Kern bei einer Bandscheibenprotrusion lediglich in eine Richtung vor. Grundsätzlich können Bandscheibenwölbungen auf jeder Höhe der Wirbelsäule auftreten. Am häufigsten entsteht die Vorwölbung allerdings im unteren Abschnitt der Lendenwirbelsäule. Protrusionen können im Übrigen auch eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls sein.

Was sind mögliche Ursachen einer Bandscheiben­vorwölbung?

Bei einer Bandscheibenvorwölbung gibt es nicht nur eine Ursache. Vielmehr handelt es sich um die Kombination mehrerer Faktoren. Hierzu zählt z. B. die natürliche Degeneration der Bandscheibe. Dieser schleichende Prozess führt dazu, dass sich die Bandscheibe zunehmend zurückbildet. Verringert sich dadurch der Wassergehalt, verliert der Faserring seine Haltefunktion und weicht dem gallertartigen Kern aus. Aber auch langjährige Vorschädigungen tragen zu einer Schwächung der Bandscheibe bei und erhöhen somit das Risiko einer Protrusion. Hauptgründe sind hier:

  • Übergewicht
  • (Falsches) Heben von schweren Gewichten/Gegenständen
  • Bewegungsmangel
  • Untrainierte Rückenmuskulatur
  • Langes Sitzen (z. B. Schreibtischtätigkeiten)

Was sind typische Symptome?

In vielen Fällen ist eine Bandscheibenvorwölbung zunächst symptomlos. Der Grund: Die Vorwölbung ist nicht ausgeprägt genug, um Nervenwurzeln zu erreichen und zu schädigen. Ist die Protrusion hingegen schon ausgeprägt, können erhebliche Beschwerden im Bereich des Rückens entstehen. Diese werden von Betroffenen oftmals als tief sitzende, dumpfe und teilweise brennende Schmerzen beschrieben. Es können u. a. hinzukommen:

  • Verstärkung der Schmerzen durch Niesen oder Husten
  • Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen
  • Ausstrahlende Schmerzen in Arm, Bein oder Schulter
  • Gefühlsstörungen
  • Starke Kopf-/Nackenschmerzen (bei Bandscheibenprotrusion in der Halswirbelsäule)

Wie wird eine Bandscheiben­vorwölbung diagnostiziert?

Um eine entsprechende Behandlung einzuleiten, muss zunächst eine fundierte Diagnose gestellt werden. Hierfür ist neben Untersuchungen auch wichtig zu wissen, ob es in der Vergangenheit zu Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühlen oder auch zu einem Kribbeln in Armen oder Beinen gekommen ist. Zudem werden Reflexe, Beweglichkeit und Sensibilität, das heißt die Empfindsamkeit gegenüber verschiedenen Reizen, getestet. Belegt werden können die Ergebnisse mittels bildgebender Verfahren. So zeigt beispielsweise die Kernspintomografie (MRT) die Vorwölbung eindeutig und kann auch den Grad der Degeneration sowie die Lage der Vorwölbung genauestens bestimmen.

Wie wird eine Bandscheibenvorwölbung behandelt?

Bei einer vorgewölbten Bandscheibe stehen in der Regel verschiedenste konservative Therapien zur Verfügung.

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Hierzu zählen u. a.:

  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Nervenwurzelnahe Injektionen mit Schmerzmitteln/Cortison-Präparaten
  • SpineMed®-Strecktherapie
  • Krankengymnastik
  • Akupunktur
  • Wärme- und Elektrotherapie

Minimalinvasive Behandlung

Sollten die oben genannten Therapieformen zu keiner ausreichenden und vor allem dauerhaften Verbesserung beitragen, besteht die Möglichkeit verschiedener minimalinvasiver Verfahren. Ein Beispiel hierfür ist die perkutane Laser-Diskus-Dekompression (PLDD), die zur Größenreduktion und Druckentlastung des Bandscheibenkerns eingesetzt wird. Die Laseranwendung sorgt dabei für eine Verdampfung des gallertartigen Bandscheibengewebes. Gleichzeitig wird der in das Bandscheibenfach gewachsene schmerzende Nerv verödet. Das herbeigeführte Schrumpfen führt dann zu einer deutlichen Schmerzreduktion.

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Häufig gestellte Fragen

Als oberstes Gebot gilt, Übergewicht zu vermeiden. Gleichzeitig ist eine kräftige Rückenmuskulatur ausschlaggebend, um Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfällen vorzubeugen. Zu den rückenfreundlichen Sportarten zählen hier z. B. Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren. Auch ein ergonomischer Arbeitsplatz – insbesondere bei berufsbedingtem Sitzen am Schreibtisch – ist wichtig, ebenso wie regelmäßiges Aufstehen und Bewegen zum Vermeiden von Verspannungen.

Hierzu zählen vor allem:

  • Sit-ups und Crunches, da dabei zu starker Druck auf den unteren Rücken ausgeübt wird
  • Kniebeugen, da sich bei der Übung das gesamte Körpergewicht auf den unteren Rücken verlagert und somit die Lendenwirbelsäule enorm beansprucht wird
  • Kreuzheben, da die Kraftübung falsch ausgeführt zu erheblichen Schädigungen des Rückens führen kann

Prinzipiell ist es möglich, dass eine Bandscheibenvorwölbung ohne jegliche Beschwerden ablaufen kann – zumindest zu Beginn. Der Grund dafür: Der gallertartige Kern hat sich noch nicht stark genug nach außen vorgewölbt, um auf Nervenwurzeln zu treffen und somit Schmerzen auszulösen. Treten keine Symptome auf, lässt sich eine Bandscheibenvorwölbung nur schwer feststellen bzw. lassen sich Betroffene aus Unkenntnis natürlich auch nicht behandeln.

Anfänglich ebenfalls ohne schwerwiegende Symptome tritt die sogenannte Black-Disc-Läsion auf. Ursache ist paradoxerweise ein konstanter Bewegungsmangel oder eine stetige Über- oder Fehlbelastung der Wirbelsäule. Bei Letzterem steht die Bandscheibe unter ständigem Druck, ist somit nach außen gewölbt und gibt Flüssigkeit ab. Durch einen ausbleibenden Flüssigkeitsaustausch mit dem umliegenden Gewebe nimmt die Bandscheibe keine neuen Nährstoffe auf und verhungert sprichwörtlich, mit dem Ergebnis, dass der Gallertkern austrocknet wie eine Rosine. Im MRT zeigt sich diese Degeneration der Bandscheibe als komplett schwarze Fläche zwischen den Wirbelkörpern.

Zum einen kann aus einer Bandscheibenprotrusion auch ein Bandscheibenvorfall entstehen. Dies ist dann der Fall, wenn der Faserring letztlich reißt und der weiche Gallertkern ungehemmt nach außen drückt. Aber auch knöcherne Anbauten (Osteophyten) können sich an den Wirbelkörpern bilden, um den durch die dünner werdenden Bandscheiben steigenden Druck auszugleichen. Ebenso ist ein Verschleiß der Wirbelgelenke (Spondylarthrose oder Facettensyndrom), die zwischen zwei Wirbeln sitzen, keine Seltenheit.

Auch die Schlafposition ist ein wichtiger Faktor, um Schmerzen oder Schäden des Rückens und insbesondere der Bandscheibe zu vermeiden. Es empfiehlt sich deshalb, bei der Wahl der Matratze ein möglichst hartes Modell zu bevorzugen. Zudem ist es ratsam, während des Schlafens eine schonende Liegeposition einzunehmen.

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