Facettensyndrom

Facettensyndrom | MVZ im Helios München

Facettensyndrom im Überblick

Beim Facettensyndrom handelt es sich um eine Erkrankung der Gelenke zwischen den Wirbelkörpern – den sogenannten Facettengelenken. Neben Schäden der Bandscheibe zählt das Facettensyndrom zu den häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Auslöser hierfür sind in der Regel der abnutzungsbedingte verringerte Abstand der Wirbelkörper zueinander. Am häufigsten kommt es übrigens zu einem lumbalen Facettensyndrom, bei dem der Lendenwirbelbereich betroffen ist.

Icon - Knie
Symptome

gürtelförmiger Schmerz, der bis in den Brust-, Bauch- oder Gesäßbereich zieht und sich bei Belastung verstärkt

Icon - Uhr
Behandlungsdauer

sechs bis zwölf Wochen

Icon - Bett mit Markierung
Therapie

medikamentöse Schmerztherapie, Massagen, Krankengymnastik bzw. Rückenschule, Injektionen; bleibt die konservative Therapie ohne Erfolg, kann eine minimalinvasive Behandlung durch eine Facettendenervierung erfolgen

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

keine

Inhaltsübersicht
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Was ist ein Facettensyndrom?

Facettengelenke gehören zu den Verbindungen zwischen den Wirbeln. Sie sind mit einer dünnen Knorpelschicht über- und von schmerzempfindlichen Nerven durchzogen. Vermindert sich der Abstand zwischen den Wirbelkörpern z. B. durch einen Verschleiß der Bandscheibe, nimmt der Druck auf die Gelenkflächen zu. Es kommt zu einer Überbelastung, die mit starken Schmerzen verbunden ist – meist Rückenschmerzen – und als sogenanntes Facettensyndrom bezeichnet wird. Dies kann bereits ab dem zwanzigsten Lebensjahr der Fall sein. Meist betrifft das Facettensyndrom vorrangig den Lendenwirbelbereich (lumbales Facettensyndrom).

Was sind mögliche Ursachen eines Facettensyndroms?

Zu den häufigsten Ursachen des Facettensyndroms zählen neben dem natürlichen altersbedingten Verschleiß der Gelenke auch eine übermäßige Beanspruchung der Wirbelsäule. Begünstigt wird dies z. B. durch:

  • Dauerhafte Fehlhaltungen (etwa bei einem starken Hohlkreuz)
  • Überlastung der Wirbelsäule
  • Starke Erschütterung
  • Übergewicht
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Zurückliegende Operationen an der Bandscheibe oder am Wirbelkanal

Aber auch Schäden der Bandscheibe können ein Facettensyndrom auslösen, ebenso wie Arthrose oder Arthritis. Seltener gelten noch Zysten, Tumore oder eine von Geburt an bestehende Fehlbildung als mögliche Ursachen.

Was sind typische Symptome?

Zu den Symptomen des Facettensyndroms zählt ein gürtelförmiger Schmerz, der sich vom Rücken in die Brust oder den Bauch nach vorne zieht – je nachdem, ob Brustwirbelsäule (thorakales Facettensyndrom) oder Lendenwirbelsäule (lumbales Facettensyndrom) betroffen sind. Beim lumbalen Facettensyndrom kommt es oftmals auch zu Schmerzen, die über den Gesäßbereich bis in die Beine ausstrahlen. Typischerweise nehmen die Schmerzen unter Belastung zu, da dann mehr Druck auf die Facettengelenke ausgeübt wird. Nicht selten strahlen die Schmerzen auch in Richtung Arm oder Bein aus und werden durch Überstreckung der Wirbelsäule verstärkt.

Wie wird ein Facettensyndrom diagnostiziert?

Um eine entsprechende Diagnose des Facettensyndroms zu stellen, setzen wir im MVZ im Helios in der Regel zunächst auf einen standardisierten Schmerzfragebogen. Es folgt eine körperliche Untersuchung unserer Patienten, bei der in den meisten Fällen ein Druckschmerz im entsprechenden Bereich festgestellt wird. Auch eine Verspannung der Muskulatur ist keine Seltenheit. Besonders typisch ist auch ein starker Schmerz bei Überstreckung der Wirbelsäule nach hinten. Um die Diagnose zu sichern, ist eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll, gefolgt von bildgebenden Verfahren, wie einer Kernspintomografie. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn nach der Ultraschalluntersuchung noch Unklarheit über den Grund der Schmerzen herrscht.

Wie wird ein Facettensyndrom behandelt?

Oftmals tauchen die Facettenschmerzen zunächst nur nachts auf. Dann ist als SOS-Hilfe eine Veränderung der Schlafposition ratsam. Leichte Schmerzen lassen sich zudem mit einer Stufenlagerung mildern. Auch ausreichend Wärme (bei manchen Betroffenen hingegen eher Kälte) kann hilfreich sein. Halten die Schmerzen nach zwei Wochen noch an oder verstärken sie sich sogar, sollte umgehend ein Orthopäde zurate gezogen werden.

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Konservative Therapie

Bei einem Facettensyndrom lässt sich eine Verbesserung der Symptome nicht ausschließlich durch Schonung erreichen. So ist der Wechsel mit passiver Bewegung ratsam. Hierfür eignet sich besonders Krankengymnastik bzw. Rückenschule zum Muskelaufbau. Als weitere Verfahren empfehlen sich z. B.:

  • Physiotherapie
  • Medikamente: nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR) wie Ibuprofen oder Paracetamol

Eine weitere Möglichkeit ist das Spritzen von Schmerzmitteln direkt in das Facettengelenk. Mittels Bildgebung und/oder Ultraschall kontrollieren wir im MVZ im Helios die Lage der Injektionsnadel, um eine präzise Wirkstoffabgabe zu ermöglichen.

Operative Therapie

Halten die Beschwerden der Facettengelenke trotz konservativer Therapiemethoden an, ist meist eine Operation nötig. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie z. B. das Entfernen von Nerven oder die Versteifung eines Wirbelsäulenabschnitts.

Eine Facettendenervierung mittels Radiofrequenz hingegen erfolgt endoskopisch unter lokaler Betäubung. Dabei handelt es sich um die gezielte Verödung (Thermokoagulation) der betroffenen Nerven mithilfe einer Radiofrequenzsonde, die unter Röntgenbildkontrolle eingeführt und platziert wird. Durch das Erhitzen beziehungsweise Veröden können die behandelten Nerven keine Schmerzsignale mehr an das Gehirn senden – und das dauerhaft.

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Häufig gestellte Fragen

Viele Patienten verweigern aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen die Behandlung mit Kortison. Dabei wird Kortison heutzutage wesentlich niedriger dosiert eingesetzt, als das früher der Fall war, und ist zudem weitaus besser verträglich. Gerade beim Facettensyndrom verwenden wir im MVZ im Helios ein spezielles Kortison, das aus Kristallen besteht und ein Depot bildet, das sich langsam über einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen auflöst.

Als Alternative zur Kortisoninjektion steht uns zusätzlich die sogenannte ACP-Therapie zur Verfügung. Dabei handelt es sich im Detail um eine Art der Eigenblutbehandlung, bei der das Blutplasma des jeweiligen Patienten mittels einer speziellen Zentrifuge aufbereitet wird. Das daraus gewonnene plättchenreiche Plasma weist eine besonders hohe Konzentration an Thrombozyten (Blutplättchen), Wachstumsfaktoren und körpereigenen Stammzellen auf.

Am häufigsten kommt es zum lumbalen Facettensyndrom im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dies liegt daran, dass der untere Teil der Wirbelsäule am meisten belastet wird. Neben dem lumbalen Facettensyndrom wird aber grundsätzlich noch zwischen zwei weiteren Krankheitsbildern unterschieden:

  • Zervikales Facettensyndrom im Bereich der Halswirbelsäule
  • Thorakales Facettensyndrom im Bereich der Brustwirbelsäule

Bei einer Erkrankung der Facettengelenke kann der Muskelaufbau eine essenzielle Maßnahme sein, um Schmerzen zu lindern oder sogar vollständig verschwinden zu lassen. So sollte bei Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule die Hüftbeweglichkeit trainiert werden. Hierfür am besten auf einen Stuhl setzen und das Becken nach vorne und hinten kippen. Bei Schmerzen im Brustbereich dagegen ist eine Dehnung der Brustmuskeln sinnvoll. Eine entsprechende Übung hierzu: aufrecht hinsetzen und die Arme seitlich ausstrecken. Anschließend die Schulterblätter zusammenziehen (dabei kein Hohlkreuz machen). Diese Position ungefähr eine Minute lang halten.

Eine Möglichkeit zur Therapie der Facettengelenke ist die minimalinvasive Behandlung mit Radiofrequenz. Das Ziel der Radiofrequenztherapie ist es, den von den Nerven gemeldeten Schmerz zu blockieren. Hierzu werden die kleinen Nerven am Gelenk verödet. Diese Verödung erfolgt in Form von Hitze- oder Kälteapplikation. Der erzielte Effekt hält in der Regel für ein bis drei Jahre an. Schnitte sind daher nicht notwendig, und es werden auch keine Muskeln, Knochen oder Bänder durchtrennt oder beschädigt. Bereits nach einer Woche Schonzeit kann dann mit einer Physiotherapie begonnen werden.

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