Ischiasschmerzen

Ischiasschmerzen | MVZ im Helios München

Ischiasschmerzen im Überblick

Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) ist der stärkste Nerv des menschlichen Körpers. Seinen Ursprung hat er in den letzten vier Lenden- bis drei Kreuzbeinsegmenten. Er versorgt die Muskeln im Bein und leitet mit seinen sensorischen Anteilen Empfindungsmeldungen aus den unteren Extremitäten in das Zentralnervensystem. Über die Rückseite des Oberschenkels verlaufend, verzweigt sich der Ischiasnerv auf Höhe des Knies in seine beiden Unterschenkeläste: den Peronäusnerv (Nervus peronaeus) und den Tibialisnerv (Nervus tibialis). Kommt es zu einer Reizung der Wirbelsäule und deren Nerven, sind heftige Ischiasschmerzen die Folge, die in der Regel vom unteren Rücken zum Gesäß und zur Oberschenkelrückseite ausstrahlen. Diese Schmerzen können im MVZ im Helios mit einer Vielzahl sowohl konservativer als auch operativer Verfahren behandelt werden.

Icon - Knie
Symptome

ausstrahlende Schmerzen vom unteren Rücken bis ins Bein, Kribbel- und Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen

Icon - Uhr
Behandlungsdauer

sechs bis zwölf Wochen

Icon - Bett mit Markierung
Therapie

Einnahme von Medikamenten, Physiotherapie, Injektionen, epiduraler Katheter, PLDD-Behandlung bei chronischem Ischiasschmerz, SpineMed®-Therapie, operative Therapie

Icon - Herz über aufhaltende Hand
Schonzeit

keine

Inhaltsübersicht
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Was ist ein Ischiasschmerz?

Als Ischiasschmerz (Ischialgie, umgangssprachlich auch nur unter „Ischias“ zusammengefasst) werden Schmerzen im unteren Rückenbereich bezeichnet, die durch das betroffene Bein bis an den äußeren Fußrand ziehen. Dies zwingt Betroffene meist zu einer typischen Schonhaltung mitsamt Bewegungseinschränkung.

Was sind mögliche Ursachen für einen Ischiasschmerz?

Zu möglichen Ursachen für eine Ischialgie zählen beispielsweise Schädigungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die Druck auf die Wurzeln des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) ausüben. Als typische Ischiasschädigung kann hier ein Bandscheibenvorfall genannt werden.

Was sind typische Symptome?

Ischiasschmerzen, auch als neuropathische Schmerzen bezeichnet, können sowohl schleichende als auch plötzlich auftretende Beschwerden verursachen. Typische Symptome sind:

  • Kribbel- und Taubheitsgefühle
  • Lähmungserscheinungen
  • Ausstrahlende Schmerzen ins Bein

Wichtig: Letzteres unterscheidet den Ischiasschmerz vom Hexenschuss, der sich ebenfalls durch plötzlich auftretende Rückenschmerzen äußert, aber keinesfalls mit ausstrahlenden Schmerzen bis ins Bein verbunden ist.

Wie wird ein Ischiasschmerz diagnostiziert?

Im MVZ im Helios am Münchner Olympiapark erfolgt eine klinische Untersuchung zunächst durch eine Prüfung der Beweglichkeit, der Muskelkraft sowie der allgemeinen Reflexe. Zudem wird die Berührungsempfindlichkeit untersucht. Bleibt der Verdacht auf eine Entzündung des Ischiasnervs bestehen, können bildgebende Verfahren wie die Kernspintomografie (MRT) einen Befund zum Ischias sicherstellen. Dies ist vor allem bei Missempfindungen und Lähmungserscheinungen essenziell. Ort und Ausmaß der Schädigung lassen sich bei Ischiasschmerzen aber auch mithilfe eines EMG (Elektromyografie) oder eines ENG (Elektroneurografie) ermitteln.

Wie wird ein Ischiasschmerz behandelt?

Bei der Ischiasbehandlung ist es stets das Ziel, Schmerzen sowie deren Ursachen möglichst dauerhaft zu beheben. In der akuten Phase können dabei nichtsteroidale Antirheumatika oder auch muskelentspannende Medikamente die richtige Wahl sein.

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Konservative Therapie

Neben der Einnahme von Medikamenten wird auch die Physiotherapie erfolgreich eingesetzt, um Ischiasschmerzen erfolgreich zu behandeln. Dabei werden angespannte Muskelpartien gelockert und wird durch zunehmende Kräftigung eine Schmerzlinderung herbeigeführt.

Bei dieser speziellen Form der schmerztherapeutischen Behandlung wird unter Röntgenkontrolle ein flexibler Epiduralkatheter mithilfe einer Sonde eingeführt. Über den Katheter werden anschließend über einen Zeitraum von etwa 48 Stunden alle acht bis zwölf Stunden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente injiziert.

Bei der PLDD-Behandlung (kurz für Perkutane Laser-Diskus-Dekompression) handelt es sich um ein modernes, risikoarmes und minimalinvasives Verfahren, bei dem der vorgewölbte oder vorgefallene gallertige Kern einer geschädigten Bandscheibe mithilfe von Laserstrahlen zum Schrumpfen gebracht wird. Dies ist vor allem bei chronischem Ischiasschmerz infolge einer Bandscheibenvorwölbung oder eines Bandscheibenvorfalls eine Option. Ziel der Behandlung ist es, eine rasche räumliche Entlastung der bedrängten Nervenwurzeln und damit verbundene Linderung der Schmerzen zu erreichen. Dabei werden die vorgewölbten Bandscheibenanteile mithilfe des Lasers zielgenau zum Schrumpfen gebracht. Meist genügt bereits eine geringe Volumenreduktion. Der Eingriff dauert nur etwa dreißig Minuten und wird stationär durchgeführt. Im Anschluss ist für einige Tage das Tragen eines speziellen Stützgürtels zur Schonung der Lendenwirbelsäule empfehlenswert.

Operative Therapie

Nur sehr selten ist bei der Behandlung von Ischiasschmerzen eine Operation erforderlich. Dies ist dann der Fall, wenn aufgrund eines Bandscheibenvorfalls Beschwerden wie Lähmungserscheinungen oder auch heftige, kaum behandelbare Schmerzen immer wieder auftreten. Ebenfalls macht eine Ischialgie, hervorgerufen durch eine Verengung des Wirbelkanals im Lendenwirbelbereich (lumbale Spinalkanalstenose), eine Operation erforderlich. In den meisten Fällen werden solche Ischiaseingriffe minimalinvasiv durchgeführt.

Bei der endoskopischen Bandscheibenoperation – auch bekannt als Schlüssellochoperation – handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren, das ohne eine Verletzung der Muskel- und Bandstrukturen durchgeführt wird und daher besonders schonend ist. Das mit einer Optik (Minikamera) ausgestattete Endoskop sowie verschiedene, für die Operation notwendige Instrumente werden nach einem kleinen Hautschnitt (circa sieben Millimeter Durchmesser) unter Röntgenkontrolle in das Behandlungsareal eingeführt. Der Operateur kann das Bild der Endoskopoptik auf einem Videomonitor sehen und so den Bandscheibenvorfall oder die Bandscheibenwölbung, die den Ischiasschmerz verursacht, zielgenau entfernen. Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung im Dämmerschlaf.

Die mikroskopische Bandscheibenoperation kommt in erster Linie bei der Behebung von schwer zugänglichen Bandscheibenschäden im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule zum Einsatz. Das Hochleistungsoperationsmikroskop sowie spezielle Operationsinstrumente werden über einen ein bis 1,5 Zentimeter breiten Hautschnitt mithilfe sogenannter Führungshülsen eingebracht. Mit höherer Vergrößerung und stärkerer Beleuchtung sind im Operationsmikroskop mehr anatomische Details zu erkennen als mit einer Lupe. So kann der Operateur den Bandscheibenschaden gezielt und schonend behandeln. Der mikrochirurgische Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt.

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Häufig gestellte Fragen

Bei akuten Schmerzen kann die sogenannte Stufenbettlagerung Linderung verschaffen. Dabei legt man sich rücklings entweder auf den Boden oder auch ins Bett und lagert die Beine im Neunzig-Grad-Winkel auf eine erhöhte Fläche wie einen Stuhl, eine Kiste oder einen Kissen-/Deckenstapel. Auch die orale Einnahme von Schmerzmitteln trägt zur Linderung akuter Schmerzen bei. Kommt es dauerhaft zu Ischiasschmerzen, ist eine regelmäßige Physiotherapie essenziell. Durch gezielte Übungen lässt sich die Muskulatur nämlich ausreichend dehnen, wodurch der Ischiasnerv entlastet wird und Schmerzen reduziert werden können.

Um eine akute Ischialgie zu lindern, können Wärmepackungen eine schnelle Verbesserung der Beschwerden herbeiführen. Hierzu eignet sich am besten eine Wärmflasche oder ein Heizkissen, das in regelmäßigen Abständen auf dem unteren Rücken platziert wird. Entlastung bringt ebenfalls die bereits beschriebene Stufenbettlagerung. Eine Streckung der unteren Lendenwirbelsäule mit leichten Dehnübungen, die man problemlos auch zu Hause in Eigenregie durchführen kann, helfen ebenfalls, den Schmerz zu lindern.

Wann akute Ischiasschmerzen wieder abklingen, hängt unter anderem von der Schwere des Befunds bzw. der Nervenschädigung ab. In den meisten Fällen nehmen die Schmerzen aber nach einigen Tagen allmählich wieder ab. Begünstigt werden kann dies durch eine frühzeitig eingeleitete, gezielte Therapie bzw. dementsprechende Übungen.

Während es bei einem Hexenschuss zu plötzlich auftretenden, heftigen Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich kommt, spricht man bei Ischiasschmerzen von einer Reizung des Ischiasnervs. Meist hervorgerufen durch eine Reizung des Spinalnervs sind auch ausstrahlende Schmerzen in der Bein- oder Gesäßregion eher die Regel als die Ausnahme. Der Hexenschuss hat seinen Ursprung in einer Irritation verschiedener Strukturen der unteren Wirbelsäule.

In der Schwangerschaft sind Rückenschmerzen keine Seltenheit. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Beschwerden, die auf einen Ischiasschmerz hindeuten könnten. In den seltensten Fällen steckt aber tatsächlich der Ischiasnerv dahinter. Vielmehr beruhen die Schmerzen auf dem zunehmenden Gewicht und der hormonell bedingten Lockerung der Bandstrukturen.

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