Schleimbeutelentzündung im Knie: Ursachen, Diagnose, Übungen und Behandlung

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Schleimbeutel (Bursa) sind flüssigkeitsgefüllte, mit Gelenkschleimhaut ausgekleidete Hohlräume, die dem Kniegelenk einen wichtigen Puffer bieten. Die Aufgabe der Schleimbeutel besteht darin, das Gleiten von Sehnen entlang des Knochens zu unterstützen, Reibung sowie Druck zu vermindern und einen reibungslosen Bewegungsablauf zu ermöglichen. Bei starker Dauerbelastung des Knies werden die wichtigen Puffer jedoch stark beansprucht, sodass sie sich entzünden können. Wer dann von einer Schleimbeutelentzündung (auch Bursitis genannt) betroffen ist, kämpft in der Regel mit Schmerzen, Schwellungen und teilweise sogar Bewegungseinschränkungen. Ein Phänomen, das wir im MVZ im Helios als Kniespezialist München aus unserem Praxisalltag nur zu gut kennen.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung im Knie?

Wird der Schleimbeutel gereizt oder zu stark belastet, kann er sich entzünden. Infolge dessen füllt sich der Schleimbeutel vermehrt mit Flüssigkeit. Da dies auch eine Volumenzunahme bedeutet, drückt der Schleimbeutel folglich auch auf umliegende Strukturen. Und dies führt teils zu massiven Beschwerden.

Welche Schleimbeutel gibt es am Knie überhaupt?

Am Knie gibt es mehrere Schleimbeutel. Drei davon sind besonders häufig von Entzündungen betroffen:  

  • Bursa suprapatellaris: Schleimbeutel über der Kniescheibe (Teil der Gelenkhöhle)
  • Bursa präpatellaris: Schleimbeutel vor der Kniescheibe (zwischen Kniescheibe und Haut)
  • Bursa infrapatellaris: Schleimbeutel unter der Kniescheibe

Mögliche Ursachen für eine Bursitis im Knie

Mit Druck und Belastung kommen die Schleimbeutel des Knies naturgemäß gut klar. Dauert die Belastung allerdings über einen längeren Zeitraum an, kann sich der Schleimbeutel entzünden. Aber auch abgelagerte Harnsäurekristalle, wie es bei der Gicht der Fall ist, können eine Schleimbeutelentzündung am Knie auslösen. Ebenso zählen Verletzungen (z. B. Prellungen), bakterielle Infektionen oder auch einseitiges körperliches Arbeiten auf den Knien (wie bei Handwerkern) sowie das Ausüben bestimmter Sportarten (wie Fußballspielen oder Joggen) als Risikofaktoren.

Symptome einer Schleimbeutelentzündung im Knie

Die Schleimbeutelentzündung äußert sich auf unterschiedlichste Weise, woraufhin sie zu Beginn für Betroffene nur schwer wahrzunehmen ist. Zu typischen Symptomen zählen leichte Bewegungsschmerzen sowie ein Reibegefühl an der Stelle des entzündeten Schleimbeutels. Wird die Belastung fortgesetzt, bildet sich vermehrt Gelenkflüssigkeit, und die Beschwerden nehmen zu. Dies kann sich dann in Form von Überwärmung, Schwellungen, Rötungen oder eines Ergusses äußern. Zusätzlich sind Spannungsgefühle und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Knies keine Seltenheit.

Diagnose einer Bursitis im Knie

Eine Schleimbeutelentzündung im Knie lässt sich in der Regel gut diagnostizieren. Wichtig ist dabei eine ausführliche Anamnese, bei der nach der ausführlichen Befragung zum Erhalt von Hintergrundinformationen das betroffene Knie auch untersucht wird. Dabei kann sich bereits beim Tasten eine mögliche Bursitis feststellen lassen. Aber auch eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) stellt eine Schleimbeutelentzündung dar. Wichtig: Um andere Grunderkrankungen wie Rheuma, Gicht oder eine Infektion als Auslöser der Schleimbeutelentzündung auszuschließen, ist in manchen Fällen außerdem eine Laboruntersuchung anzuraten.

Behandlung einer Schleimbeutelentzündung

In der Regel kann eine Schleimbeutelentzündung konservativ und somit ohne Operation behandelt werden. Das Knie wird ruhiggestellt (mithilfe einer Schiene), geschont und gekühlt. Auch die Einnahme von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten kann förderlich sein. Bei entsprechender Wirkung der Therapie klingt die Bursitis in der Regel nach zehn bis vierzehn Tagen ab.

Sind trotz der Schonung und Schmerzmedikation die Beschwerden danach noch vorhanden bzw. ist die Schwellung und der damit verbundene Druck einfach zu groß, kann auch eine Punktion infrage kommen. Dabei wird die angesammelte Flüssigkeit im Schleimbeutel mit einer Spritze abgesaugt. Oftmals wird anschließend Kortison verabreicht. Dieses wird direkt in den entzündeten Schleimbeutel gespritzt, um die Entzündung zu hemmen. Aber auch eine Stoßwellenbehandlung und Physiotherapie können bei der konservativen Therapie einer Schleimbeutelentzündung hilfreich sein.

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass die oben beschriebene konservative Therapie nicht dauerhaft anschlägt. Wenn sich also der Schleimbeutel wiederholt entzündet oder sich die Symptome auch nach Wochen nicht reduzieren lassen, ist von einer chronischen Schleimbeutelentzündung (chronische Bursitis) die Rede. Dann kann der Schleimbeutel im Rahmen einer Operation (Bursektomie) entfernt werden. Nach der Bursektomie beträgt die Ausfallzeit etwa zwei bis vier Wochen. In diesem Zeitraum sollte das Knie geschont werden, in manchen Fällen empfehle ich als Kniespezialist München auch das Tragen einer Orthese zum Entlasten des Kniegelenks. Eine physiotherapeutische Begleitung ist in dieser Zeit ebenfalls sehr hilfreich.

Vorbeugen einer Schleimbeutelentzündung

Das Vermeiden auslösender Faktoren ist essenziell, um einer Schleimbeutelentzündung bestmöglich vorzubeugen. So empfehlen sich bei einseitiger körperlicher Arbeit Knieschützer. Auch spezielle Bandagen sind bei der Ausführung bestimmter Sportarten anzuraten. Um die Muskulatur zu stärken, das Kniegelenk zu stabilisieren und zu entlasten, raten meine Kollegen und ich im MVZ im Helios als Ihr Kniespezialist München zu gezielten Dehn- und Kräftigungsübungen:

  • Kniependel

Auf einen Tisch oder eine waagerechte Oberfläche setzen, sodass die Füße nicht den Boden berühren. Das betroffene, herabhängende Bein dann langsam vor- und zurückpendeln. Die Hände umfassen dabei den Oberschenkel oberhalb des Kniegelenks und führen begleitend zum Pendeln rhythmischen Zug aus. Dies mobilisiert das Gewebe oberhalb des Knies. Die Übung pro Beim 20-mal wiederholen. Ideal sind zwei bis drei Sätze mit etwa 30 Sekunden Pause.

  • Boden wischen

Mit angewinkeltem Bein auf einen Hocker setzen. Den Fuß auf ein Tuch stellen, welches sich auf dem Boden mit wenig Widerstand bewegen lässt (ideal ist hierfür z. B. Parkett/Fliesenboden). Dann durch Ausstrecken und Anziehen des Beins im Kniegelenk den Boden mit dem Fuß wischen. Die Übung pro Bein 20-mal wiederholen. Auch hier sind zwei bis drei Sätze mit jeweils 30 Sekunden Pause ideal.

  • Streckung verbessern

Auf den Rücken legen und das betroffene Bein ausstrecken. Ist dabei eine volle Streckung des Knies nicht möglich, ein zusammengerolltes Handtuch unter die Kniekehle legen. Die Zehenspitzen anziehen und das Knie auf die Handtuchrolle drücken. Zehn Sekunden halten. Pro Bein die Übung 20-mal wiederholen.

Haben Sie Kniebeschwerden oder leiden Sie womöglich bereits unter einer Schleimbeutelentzündung im Knie? Wir im MVZ im Helios als Ihr Kniespezialist München helfen Ihnen jederzeit gerne weiter.

 

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