Tennisarm: Schmerzen ernst nehmen!

Akute Schmerzen des Bewegungsapparats sind immer leichter zu behandeln als chronische. Dies setzt allerdings voraus, dass die Ursache rechtzeitig erkannt wird – und der Betroffene seine Beschwerden ernst genug nimmt, um möglichst bald beim Facharzt vorstellig zu werden. Anhaltende Schmerzen im Ellenbogen bzw. Unterarm als Folge eines Tennisarms werden jedoch zunächst oft erst einmal bagatellisiert – bis sogar einfache Alltagsbewegungen wie das Heben der Kaffeetasse oder Händeschütteln zur Qual werden. Wer jetzt immer noch die Zähne zusammen beißt, anstatt einen Orthopäden aufzusuchen, wird höchstwahrscheinlich über kurz oder lang feststellen müssen, dass die Schmerzen ein Dauerzustand geworden sind und auch die Kraft in Arm und Hand nachgelassen hat: Dann fällt es sogar schwer, eine feste Faust zu ballen. Spätestens jetzt ist der Besuch beim Arzt unumgänglich – andernfalls droht ein chronischer Verlauf, der dann mitunter sogar eine Operation erforderlich werden lässt.

Wer einen „Tennisarm“ diagnostiziert bekommt, ist meist gar kein passionierter Tennisspieler. Sehr viel häufiger sind Menschen betroffen, die ihren Arm über längere Zeit einseitig belastet haben, etwa als Heimwerker oder bei der Gartenarbeit. Ausgangspunkt des Krankheitsbilds sind Mikroeinrisse im Sehnenansatz der Unterarm-Streckmuskulatur. Diese entstehen infolge einer Fehl- bzw. Überlastung. Dadurch wird eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt, die stark schmerzhaft ist. Typische Anzeichen sind Druckschmerzen am äußeren Ellenbogenknochen sowie Schmerzen bei Streckbewegungen des Handgelenks und Drehungen des Unterarms; oft strahlen die Schmerzen im Ellenbogen über die Außenseite bis in die Hand aus. Eine Variante ist der „Golferarm“: Hierbei treten die Beschwerden verstärkt an der inneren Seite des Ellenbogens – im Ansatzbereich der Unterarmbeugemuskeln – auf.

Belastungspause ist oberstes Gebot

Bevor eine Behandlung eingeleitet wird, ist es wichtig, dass die Ursache durch eine sorgfältige Untersuchung sicher geklärt ist. Eine Arthrose des Ellbogengelenks, ein Nervenengpass-Syndrom oder ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule rufen oft ähnliche Symptome hervor, verlangen jedoch nach einer ganz anderen Behandlungsstrategie.

Steht fest, dass es sich um einen Tennisarm handelt, ist eine strikte Ruhigstellung des betroffenen Arms oberstes Gebot – und zwar wirklich so lange, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Lokale Kälte- bzw. Wärmeanwendungen und/oder Ultraschallbehandlungen zur Tiefendurchblutung unterstützen den Heilungsprozess. Bei ausgeprägten Schmerzen setzen wir gelegentlich auch Injektionen zur Eindämmung der Entzündung im Sehnenansatzbereich ein.

Bei hartnäckigen Beschwerden haben wir mit der Stoßwellentherapie gute Erfahrungen gemacht. Ziel der Therapie ist es, die durch die anhaltende Entzündung entstandenen kalkhaltigen Ablagerungen mittels Druckwellen zu zerkleinern. Gleichzeitig die Durchblutung in der behandelten Region angeregt, und die Abheilung des Sehnengewebes wird gefördert. Die Stoßwellentherapie ist auch eine Option, wenn eine OP im Raum steht.

Wehret den Anfängen

Wer anfällig ist, dem raten wir dazu, in allen Situationen, in denen dem Arm eine Überlastung droht, eine spezielle Armspange, eine Epikondylitisspange, zu tragen. Mit gezielten Dehn- und Kräftigungsübungen stärkt man die Armmuskulatur – geeignete Übungen kann man sich von einem Physiotherapeuten zeigen lassen. Eine hilfreiche Übung ist z.B., wenn man regelmäßig einen weichen Ball in der Hand drückt. Bewährt hat sich auch eine Dehnübung, bei der bei gestrecktem Ellenbogen im Handgelenk gebeugt wird. Auf diese Weise kann es gelingen, dass ein Tennisarm nicht erneut bzw. gar nicht entsteht.

Sie haben Symptome, die durch einen Tennisarm verursacht werden könnten? Sie haben weitere Fragen zum Krankheitsbild? Sie leiden unter Hand- oder Armbeschwerden, die Sie gern abklären lassen möchten? Dann wenden Sie sich an uns! Wir vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios – MVZ helfen Ihnen gern weiter.

 

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