Wann ist eine Muskelverletzung behandlungsbedürftig?
Muskelverletzungen gehören zu den häufigsten Blessuren im Sport. Doch oft weiß man erst einmal nicht, was genau passiert ist. Ist es nur eine Zerrung? Oder vielleicht doch schon ein Muskelfaserriss? Oder gar ein Muskelriss? „Bei diesen Verletzungen handelt es sich letztlich um ein und dasselbe Krankheitsbild. Nur die Schweregrade sind verschieden“, erklärt Prof. Dr. Dr. Armin Keshmiri.
Herr Prof Keshmiri, wie entstehen sportbedingte Muskelverletzungen?
Prinzipiell unterscheidet man zwischen direkten Verletzungen, die durch äußere Krafteinwirkung, etwa durch einen Schlag auf den Muskel, verursacht werden, und indirekten Muskelverletzungen, die in der Bewegung, also ohne äußere Einwirkung, entstehen. Oft ist z.B. eine plötzliche Überlastung des Muskels, etwa beim Ansprinten, durch einen Sprung aus dem Stand oder durch eine ruckartige Bewegung, verantwortlich.
Was sind im Breitensport die häufigsten Muskelverletzungen?
Hobbysportler erleiden oft eine Muskelzerrung. Auch Muskelfaserrisse kommen vor. Ein kompletter Muskelriss, bei dem das Muskelgewebe vollständig durchtrennt ist, ist im Breitensport zum Glück selten. Dies ist die schwerste Form der Muskelverletzung: Die Heilung dauert mehrere Monate, und mitunter ist sogar eine operative Versorgung notwendig.
Warum ist ein Muskelfaserriss schwerwiegender als eine Muskelzerrung?
Bei einer Zerrung bleibt die anatomische Struktur des Muskels intakt. Durch die erhöhte Muskelspannung ist die Grenze seiner Dehnungselastizität zwar erreicht, jedoch nicht überschritten. Anders bei einem Muskelfaserriss: In diesem Fall sind die Grundeinheiten des Muskels verletzt. Dabei kommt es zu einer Einblutung in die Muskulatur, die bei größeren Rissen sogar massiv sein kann. Je nachdem, wie ausgeprägt die Gewebeblutung ist, ist sie als Delle im Muskelverlauf tastbar. Eine sichere Diagnose ist aber erst nach einer eingehenden orthopädischen Untersuchung möglich; dabei kann auch eine Begutachtung des Muskelzustands mittels Ultraschall oder einer Kernspintomographie notwendig sein.
Dann ist der Genesungsprozess eines Muskelfaserrisses länger ist als die Heilung einer Muskelzerrung?
Genau, eine Muskelzerrung ist in der Regel nach einigen Tagen ausgestanden. Bei gerissenen Muskelfasern dauert es dagegen meist mehrere Wochen, bis der betroffene Muskel komplett wieder hergestellt ist; man muss sich also auf eine längere Trainingspause einstellen.
Sind auch die Schmerzen anders?
Typisch für einen Muskelfaserriss ist ein plötzlich auftretender, einschießender Akutschmerz, der dann keine weitere Belastung mehr zulässt. Demgegenüber nimmt der Schmerz bei einer Muskelzerrung häufig eher kontinuierlich zu. Oft setzt zunächst ein unangenehmes Ziehen ein, das sich dann zu krampfähnlichen Schmerzen verstärkt. Anhand des Schmerzmusters allein lässt sich die Art der Muskelverletzung jedoch nicht immer zweifelsfrei erkennen.
Wie sollte die Erstversorgung bei einem Muskelfaserriss aussehen?
Als Sofortbehandlung geht man am besten nach der PECH-Regel vor: das verletzte Gelenk schonen, ein Cool Pack auflegen, einen Druckverband anlegen und das betroffene Körperteil hochlagern. Dabei sollte die Therapie möglichst noch am Unfallort erfolgen, um die Gewebeblutung rasch einzudämmen. Der nächste Schritt ist dann die baldmögliche Abklärung durch einen Orthopäden, insbesondere wenn der Verdacht auf einen Muskelfaserriss besteht.
Wie behandeln Sie einen Muskelfaserriss?
Eine Option ist, einen Tape-Verband anzulegen. Abschwellende Salbenverbände, gegebenenfalls auch eine lokale Infiltrationsbehandlung und/oder Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung können weitere Maßnahmen sein. Auch eine Elektrotherapie sowie eine Physiotherapie lindern die akuten Beschwerden und beschleunigen die Heilung. Wichtig ist, dass die Verletzung vollständig ausheilt, damit es nicht zu einer erneuten Muskelverletzung bzw. zum Aufbrechen der alten Muskelverletzung kommt; das gilt übrigens auch für eine Muskelzerrung.
Sie haben Symptome, die durch eine Muskelverletzung verursacht sein könnten? Sie haben weitere Fragen zum Krankheitsbild? Dann wenden Sie sich an uns! Wir vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios (MVZ im Helios) helfen Ihnen gern weiter.
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