Gartenarbeit ohne Rückenprobleme

Kaum scheint im Frühjahr die Sonne, gibt es für den Hobbygärtner viel zu tun: Der Winterschutz wird entfernt, der Boden gelockert, Stauden werden zurückgeschnitten, Pflanzen gedüngt, neue Gewächse eingepflanzt, kahle Stellen des Rasens neu ausgesät und, und, und.

Aus medizinischer Sicht ist gegen die Gartenarbeit nichts einzuwenden – im Gegenteil: Die Beschäftigung mit Pflanzen und mit bzw. in der Natur hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit, und zwar nicht für den Körper, sondern auch für die Psyche.

Effektives Ganzkörper-Training

Wir Orthopäden bezeichnen das Pflanzen, Jäten, Graben, Schneiden und Rasenmähen gern als sehr effektives Ganzkörper-Training: Bei praktisch allen Arbeitsschritten im Garten werden die großen Muskelgruppen trainiert, also nicht nur die Schulter-, Arm- und Beinmuskulatur, sondern auch die Brust-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Der Seele tut das Werkeln im Grünen an der frischen Luft ebenfalls gut: Studien belegen, dass Gartenarbeit sich ausgezeichnet dazu eignet, um Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern. Längst werden gärtnerische Aktivitäten deshalb auch gezielt therapeutisch etwa im Rahmen von medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungen genutzt.

Die Kehrseite der Medaille: Wer viel im Garten arbeitet, leidet häufig unter Rückenschmerzen. Besonders ungünstig ist es, wenn bei gebeugtem Oberkörper gearbeitet wird, etwa beim Unkraut zupfen oder Einpflanzen. Umso wichtiger ist es, sich immer mal wieder kurz aufzurichten. Noch besser ist es, die Arbeit in aufrechter Haltung durchzuführen. Hier können Gartengeräte mit ausreichend langen Stielen wertvolle Dienste leisten. Steht längeres Über-Kopf-Arbeiten an, sollte dafür eine Leiter verwendet werden.

Gärtnern in der Hocke schont ebenfalls den Rücken. Wer keine Probleme mit den Knien hat, kann sich auch hinknien, etwa auf ein Kniepolster, wodurch der Druck auf die Knie gemildert wird: Idealerweise kniet man dabei so, dass ein Bein in einen 90-Grad-Winkel nach vorn positioniert ist. So kann der Oberkörper abgestützt und der Rücken gerade gehalten werden.

Schweres aus den Beinen heben

Eine weitere Herausforderung für den Rücken: schwere Lasten wie Blumenerde. Helfen kann eine Schubkarre. Hat man keine zur Hand, sollte man darauf achten, die Lasten so eng wie möglich am Körper zu tragen, um die Hebelkraft möglichst gering zu halten, die auf den Rücken einwirkt.

Generell gilt: Wann immer möglich, sollte das Gewicht von schweren Gegenständen auf mehrere Gänge aufgeteilt werden. Sofern man keine Hilfe beim Tragen besonders schwerer Gegenstände hat, sollten diese nicht getragen, sondern gerollt oder gezogen werden.

Ein weiterer Tipp, um den Rücken zu schonen: Beim Wässern stets mit jeder Hand je eine halbgefüllte Gießkanne tragen. Beim Anheben der Kannen geht man mit geradem Rücken in die Knie und hebt das Gewicht dann über die Beinmuskulatur hoch, ohne sich dabei zu bücken.

Und auch dies gehört zum rückenfreundlichen Gärtnern: Für die verschiedenen Arbeiten ergonomische Gartengeräte verwenden, die ergonomische Standards erfüllen und sich individuell auf die passende Arbeitshöhe einstellen lassen. Rasenmäher sollten leichtgängig und höhenverstellbar sein, damit sie sich in aufrechter Haltung ohne großen Kraftaufwand schieben lassen. Auch Hochbeete können sinnvoll sein.

Auch wenn Sie kein Hobbygärtner sind: Leiden Sie an Rückenschmerzen, für die Sie gern die Ursache wüssten? Sie möchten wissen, welche Behandlungsmöglichkeiten für Ihren schmerzenden Rücken infrage kommen? Dann wenden Sie sich an uns! Die Rückenspezialisten vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios – MVZ helfen Ihnen gern weiter.

 

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