Muss ein Hallux valgus immer operiert werden?

Häufig wird uns von Betroffenen die Frage gestellt, ob einHallux valgus denn wirklich operiert werden müsse. Um es gleich vorwegzusagen: Dies kann letztlich nur individuell von Fall zu Fall entschieden werden. Ein entscheidendes Kriterium gibt es jedoch: wenn der Leidensdruck, z.B. wegen der Schmerzen, immer belastender wird.

Hallux valgus ist der medizinische Fachausdruck für eine deformierte Großzehe: Sie ist aus ihrer natürlichen Stellung herausgetreten und winkelt sich nun in Richtung der anderen Zehen ab. Damit einher geht eine sichtbare Beule, die sich am Ballen gebildet hat. Deshalb nennen die Betroffenen ihr Fußproblem oft auch „Ballenzeh“ – darunter leiden in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen. Die Fußfehlstellung ist vor allem ein Frauenproblem: Von zehn Betroffenen sind neun Frauen; meist besteht eine genetische Veranlagung.

Fortschreitender Prozess

Nun ist es leider so, dass ein Ballenzeh nicht nur unschön aussieht, sondern dass er auch weiter fortschreitet und dann irgendwann starke Schmerzen verursacht, wenn er unbehandelt bleibt. Dabei bleibt der Prozess nicht auf die Großzehe beschränkt, sondern der gesamte Vorfuß wird immer mehr in Mitleidenschaft gezogen: Die Mittelfußknochen weichen immer stärker auseinander, die Zugrichtung von Sehnen verändert sich und über dem Ballen bildet sich ein Schleimbeutel, der zu Entzündungen neigt. Spätestens jetzt wird das Tragen von Schuhen zu einem ernsthaften Problem, weil es Rötungen, Schwellungen und vor allem starke Schmerzen im Bereich des Großzehengrundgelenks unmöglich machen, etwas anderes als breite, flache „Treter“ aus weichen Materialien zu tragen.

Die Seitabknickung der Großzehe kann sich auch ungünstig auf die Nachbarzehen auswirken und dann zum Beispiel Krallen- oder Hammerzehen hervorrufen. Ebenso sind Schmerzen im Mittelfuß möglich. Und: Generell besteht die Gefahr, dass sich eine Arthrose im Großzehengrundgelenk, ein Hallux rigidus, entwickelt.

Möglichst frühzeitiger Behandlungsbeginn

Um Gelenk- und andere Folgeschäden möglichst zu vermeiden, raten wir unseren Patientinnen und Patienten zu einem möglichst frühzeitigen Behandlungsbeginn. Hierfür muss der schmerzende Ballen vom Druck befreit werden. Dies gelingt mit individuell angepassten Einlagen, speziellen Abrollhilfen und Nachtschienen, außerdem sind fußgymnastische Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur ratsam. Nehmen die Schmerzen und Beeinträchtigungenjedoch weiter zu, ist dies meist der Zeitpunkt, an dem sich die oder der Betroffene für eine Operation entscheidet. Tatsächlich lässt sich ein fortgeschrittener Hallux valgus nurauf chirurgischem Weg so korrigieren, dass er seine ursprüngliche Position zurückerhält und die natürliche Biomechanik im Fuß wiederhergestellt wird. Mithilfe dermodernen und schonenden Techniken ist es uns heute möglich, in den meisten Fällen gelenkerhaltend vorzugehen. Welche Methode im Einzelfall angewendet wird, hängt von der genauen anatomischen Lokalisation und dem Ausmaß der Fehlstellung ab. Allen Verfahren gemeinsam ist ein gutes optisches Ergebnis, eine uneingeschränkte Belastung des operierten Fußes und die Möglichkeit, wieder normale Schuhe tragen zu können. Bis es soweit ist, raten wir unserenPatienten jedoch dazu, die ersten sechs Wochen nach der Operation einen Spezialschuh zu tragen.

Sie leiden unter einem Hallux valgus oder unter Beschwerden im Fuß, die Sie gern abklären lassen möchten? Dann wenden Sie sich an uns! Wir vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios helfen Ihnen gern weiter.

Beitrag teilen

Neueste Beiträge

Allgemein, Knie

06. Juli 2026

Sport an heißen Tagen – darauf sollten Sie achten

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit und macht Spaß – vor allem wenn draußen angenehme Temperaturen herrschen. Wir raten unseren Patientinnen und Patienten, die z.B. zu Muskelverspannungen neigen oder unter Gelenkschmerzen leiden, deshalb gerade in den wärmeren Monaten zu mehrkörperlicher Aktivität, etwa zu einer gelenkschonendenSportart wie Schwimmen, Aquagymnastik, Radfahren oder Nordic […]

Beitrag lesen
Hand & Arm

15. Juni 2026

Wenn der Finger „stecken bleibt“

Wenn die Beugesehne eines Fingers – Ringfinger, kleiner Finger oder Daumen – nicht mehr ungehindert durch das umliegende Ringbandsystem gleiten kann, verhakt sich der Finger bei der Beugung. Er kann dann nur noch mit viel Kraftaufwand gestreckt werden – bis es zu einem schmerzhaften ruckartigen Schnellen bzw. Schnappen des Fingers kommt. Das Krankheitsbild nennt sich […]

Beitrag lesen
Schulter

09. Juni 2026

Was ist ein Schulterimpingement?

Das Engpass-Syndrom oder Impingement-Syndrom, wie das Krankheitsbild in der Fachsprache heißt, ist eine weitverbreitete Krankheit, die Schätzungen zufolge mindestens zehn Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft. Dabei ist der von Natur aus enge Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach eingeengt, sodass es – vor allem beim Anheben des Arms – zu einer Einklemmung der unter dem Schulterdach […]

Beitrag lesen

Kontakt & Anfahrt

Rufen Sie uns an

089 159277-0

Telefonisch sind wir erreichbar:
Montag - Freitag von 07:30 - 19:00 Uhr

Unsere Sprechzeiten

Mo. - Do.

08:00 - 12:30 Uhr

14:00 - 18:00 Uhr

Fr.

08:00 - 12:30 Uhr

13:00 - 16:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Für Patienten mit akuten Beschwerden halten wir Notfalltermine bereit, die jeden Tag ab 08:00 Uhr telefonisch abgefragt werden können.

Hier finden Sie uns

OZM Orthopädie Zentrum München im Helios | MVZ

Helene-Weber-Allee 19

80637 München

xxxx

Schreiben Sie uns