Wenn der Finger „stecken bleibt“

Wenn die Beugesehne eines Fingers – Ringfinger, kleiner Finger oder Daumen – nicht mehr ungehindert durch das umliegende Ringbandsystem gleiten kann, verhakt sich der Finger bei der Beugung. Er kann dann nur noch mit viel Kraftaufwand gestreckt werden – bis es zu einem schmerzhaften ruckartigen Schnellen bzw. Schnappen des Fingers kommt. Das Krankheitsbild nennt sich Schnellender Finger, Spring- oder auch Schnappfinger, die Mediziner sprechen von einer Tendovaginitis stenosans. Ursache ist meist eine Verdickung des ersten Ringbands (A1-Ringband) und der umgebenden Sehnenscheide. Dadurch kann die Beugesehne nicht mehr frei gleiten und verhakt sich bei der Bewegung. Auch chronische Erkrankungen wie ein Diabetes oder eine Rheumatoide Arthritis begünstigen einen Schnellenden Finger.

Ein Schnellender Finger tritt besonders oft im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Die genauen Ursachen hierfür sind bislang nicht vollständig geklärt. In manchen Fällen können sich die Beschwerden vorübergehend bessern. Eine dauerhafte spontane Ausheilung ist jedoch eher selten.

Ob ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, hängt wesentlich davon ab, wie stark man durch die Beschwerden in seinen Alltagsaktivitäten beeinträchtigt ist und ob man die auslösende Ursache einschränken kann.

Eine konservative Behandlung sollte insbesondere in frühen Stadien erwogen werden!

Wer sich durch die Beschwerden nur wenig eingeschränkt fühlt, kann zunächst einen konservativen Behandlungsversuch unternehmen. Eine Möglichkeit sind physikalische Maßnahmen, etwa eine Kältetherapie. Beispielsweise kann die schmerzhafte Stelle in der Hohlhand direkt unterhalb des betroffenen Fingers regelmäßig mit einem Eiswürfel gekühlt werden. Kortison-Injektionen zeigen insbesondere in frühen Krankheitsstadien häufig eine gute Wirkung und können eine Operation in vielen Fällen vermeiden oder hinauszögern. In Kombination mit einer Schonung der betroffenen Hand – gegebenenfalls auch in einer Schiene – lässt sich oft eine deutliche Verbesserung erreichen.

Hohe Erfolgsquote bei OP

Verschlimmern sich die Beschwerden, sollte allerdings eine OP in Erwägung gezogen werden, um die mechanische Enge zu beseitigen. Dabei wird das eingeengte Ringband über einen kleinen Hautschnitt gespalten, sodass die Beugesehne wieder frei gleiten kann. Der Eingriff ist unkompliziert und kaum belastend: Er wird in der Regel ambulant in Lokalanästhesie durchgeführt und zeichnet sich durch eine hohe Erfolgsquote aus.

Sie haben weitere Fragen zum Schnellenden Finger oder leiden unter Beschwerden an Hand, Fingern oder Arm? Gerne beraten wir Sie persönlich. Das Team des OZM Orthopädie Zentrums in München steht Ihnen für Diagnostik und Behandlung zur Verfügung.

 

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