Was bedeutet eigentlich „SLAP-Läsion“?

Im Gegensatz zu den anderen Gelenken unseres Körpers weist die Schulter einige Besonderheiten auf. Dazu gehört zum Beispiel, dass sie von einer faserknorpeligen Gelenklippe, dem Labrum glenoidale, stabilisiert wird, die zugleich als Ansatz für wichtige Bänder dient, die ebenfalls zur Gelenkstabilität beitragen. Auch die lange Bizepssehne, die ihren Ursprung am oberen Rand der Schultergelenkpfanne hat, ist im Schultergelenk fest mit dem oberen Labrum über den Bizepssehnenanker verbunden. Dies ist auch der Grund, weshalb bei Schäden an dieser Struktur oft gleichzeitig der Bizepssehnenansatz in Mitleidenschaft gezogen wird – wir sprechen dann von einer SLAP-Läsion. Damit ist gemeint, dass die obere (superiore) Gelenklippe einen Riss aufweist, der von vorne (anterior) bis nach hinten (posterior) reicht (SLAP = superior labrum anterior posterior).

Das Ausmaß der Verletzung reicht von einem leicht ausgefransten Labrum über einen teilweisen oder vollständigen Längsriss des oberen Labrums und instabilem Bizepssehnenanker bis hin zur ausgedehnten Schädigung der oberen Gelenklippe, bei der sich der Riss in die lange Bizepssehne ausdehnt. Hinzu kommen Varianten – je nachdem, welche weiteren Anteile der Gelenklippe und ihrer Umgebung mitbetroffen sind.

Unterschiedliche Ursachen

Labrum und Bizepssehnenanker können auf verschiedene Arten geschädigt werden, wobei eine akute Verletzung etwas häufiger ist als die überlastungs- bzw. verschleißbedingte SLAP-Läsion. Zu einem plötzlichen Riss kann es zum Beispiel durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm oder das Anheben eines schweren Gegenstands kommen. Oder die Schädigung tritt in Zusammenhang mit einer anderen Verletzung auf, etwa mit einer Verrenkung des Schultergelenks (Schulterluxation). Eine eher schleichende Entwicklung geht oft auf wiederholte Belastungen mit Mikroverletzungen zurück. Hiervon sind häufig Sportlerinnen bzw. Sportler betroffen, die regelmäßig Tennis, Volleyball oder Basketball spielen oder Sportarten ausüben, bei denen die Bizepssehne stark beansprucht wird, etwa Baseball, Speerwerfen oder Kraftsport. Bei älteren Menschen können auch degenerative Veränderungen eine Rolle spielen, oft begünstigt durch eine Vorerkrankung wie ein länger bestehendes Impingement-Syndrom oder eine Schulterarthrose.

Welche Beschwerden in welcher Intensität bei einer SLAP-Läsion im Vordergrund stehen, hängt wesentlich davon ab, was der Auslöser für die Schädigung war, wie ausgeprägt sie ist und ob zusätzlich eine Reizung oder Entzündung der Bizepssehne, eine Tendinitis, vorliegt, die oft als Begleit- bzw. Folgeerscheinung auftritt. Häufig lässt sich der Schmerz im vorderen Bereich der Schulter lokalisieren – und er kann bis in den Bizepsmuskel ziehen. Hinzu kann ein Gefühl von Kraftverlust oder Instabilität kommen. Einige Patienten spüren vor allem bei Bewegungen ein Schnappen, Knacken oder Klicken, oft verbunden mit einem Schmerz, der tief im Gelenk liegt. Dabei können besonders Überkopfbewegungen, Werfen, Heben oder Rotationsbewegungen schmerzhaft oder eingeschränkt sein.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Selbst wenn man sich durch eine SLAP-Läsion kaum beeinträchtigt fühlt – wir raten in jedem Fall zu einer möglichst frühzeitigen Behandlung. Eine Läsion kann mit der Zeit größer werden und dadurch zu vermehrten Schmerzen und einer gewissen Schulterinstabilität führen oder es kann eine bereits bestehende Instabilität verschlimmert werden – bis die Beschwerden eines Tages chronisch geworden sind.

Leichtere SLAP-Läsionen sprechen im Allgemeinen gut auf eine konservative Behandlung an, das gilt auch dann, wenn gleichzeitig die lange Bizepssehne gereizt oder entzündet ist. Infrage kommen u.a. Schonung mithilfe einer Armschlinge, kühlende Maßnahmen und die Einnahme von Schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln, oft in Kombination mit einer Physiotherapie zur Stärkung der umliegenden Muskulatur. Ebenso ist zur Unterstützung des Heilungsprozesses die PRP-Therapie, eine spezielle Form der bioregenerativen Eigenbluttherapie, eine bewährte Option.

Lässt sich auf diese Weise keine nachhaltige Besserung erreichen oder handelt es sich um eine ausgedehntere Läsion, kann eine Operation sinnvoll sein. Die meisten SLAP-Läsionen werden minimalinvasiv im Rahmen einer Arthroskopie repariert bzw. refixiert. Hierfür stehen uns verschiedene Techniken zur Verfügung, welche infrage kommt, wird individuell festgelegt.

Sie haben Symptome, die durch eine SLAP-Läsion verursacht werden könnten? Sie leiden unter akuten oder wiederkehrenden Beschwerden in der Schulter, die Sie gern abklären lassen möchten? Dann wenden Sie sich an uns! Wir vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios – MVZ helfen Ihnen gerne weiter.

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