Karpaltunnelsyndrom-Übungen

Karpaltunnel-Übungen

Der Medianusnerv verläuft zusammen mit den Fingersehnen und Gefäßen durch den sogenannten Karpaltunnel. Kommt es durch Überbelastung oder Flüssigkeitseinlagerungen zum Anschwellen des Tunnels, baut sich Druck auf den Medianusnerv auf. Betroffene berichten dann von den typischen Symptomen des Karpaltunnelsyndroms: Diese können sich in Form von Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder auch Lähmungserscheinungen äußern. Nicht selten schlafen die Hände z. B. auch beim Handyhalten ein. In den meisten Fällen treten die Symptome bevorzugt an der dominanten Hand auf. Die genauen Gründe dafür werden derzeit noch erforscht. So ist es oft nicht möglich, einen konkreten Auslöser für das Karpaltunnelsyndrom ausfindig zu machen.

Testergebnisse, die auf das Karpaltunnelsyndrom hindeuten können

Auch wenn ein Test in Eigenregie eine gründliche Diagnostik natürlich nicht ersetzt, können die Ergebnisse zweier Tests auf das Karpaltunnelsyndrom hinweisen. Für den sogenannten Hoffmann-Tinel-Test wird mit zwei Fingern auf den Medianusnerv am Handgelenk getippt. Führt das zu stromschlagartigen Schmerzen, ist dies womöglich ein Indiz für ein bestehendes Karpaltunnelsyndrom.

Eine andere Möglichkeit stellt der Phalen-Test dar, bei dem die Handrücken mit nach unten zeigenden Fingerspitzen vor der Brust aneinandergedrückt werden. Führt dies nach etwa einer Minute zu einem Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger und/oder dem Ringfinger, deutet das ebenfalls auf das Karpaltunnelsyndrom hin.

Übungen bei Karpaltunnelsyndrom

Folgende Übungen können dabei helfen, das Kribbeln in den Fingerspitzen zu lindern.

Übung 1:

Zur Mobilisation des Handgelenks den Unterarm locker auf einen Tisch ablegen, sodass das Handgelenk nach oben zeigt und über die Tischkante hinausragt. Mit der anderen Hand das Handgelenk umfassen. Erst dann die Handfläche zum Boden hin bewegen. Die Übung für etwa fünf Minuten wiederholen.

Übung 2:

Eine Faust machen. Dabei sollte das Handgelenk zum Körper hin zeigen. Nun die Faust beugen, bis eine Dehnung spürbar wird. Die Finger ausstrecken und die flache Hand nach unten abknicken. Der Ellenbogen sollte dabei nicht bewegt werden.

Übung 3:

Die Handflächen unterhalb des Kinns zusammenführen. Jetzt die Arme nach unten bewegen, bis sie auf Bauchnabelhöhe ankommen. Die Handflächen bleiben dabei zusammen. Diese Position für etwas 20 Sekunden halten. Dreimal wiederholen.

Übung 4:

Das Handgelenk ausstrecken und eine Faust machen. Die Faust öffnen und die Handfläche nach hinten beugen. Nun den Daumen abspreizen und die Hand zum Körper hin drehen. Wenn möglich, jetzt noch den Daumen mit der anderen Hand herunterziehen. Das verstärkt die Dehnung zusätzlich.

Übung 5:

Die Hand ausstrecken, sodass die Finger nach oben zeigen und die Handfläche nach vorne. Nun die Finger beugen, sodass diese die Handfläche berühren. Die Finger wieder anheben (allerdings nur bis sie im 90-Grad-Winkel zur Handfläche stehen). Zuletzt eine Faust bilden.

Ab welchem Messwert wird das Karpaltunnelsyndrom operiert?

Im Anfangsstadium kann das Karpaltunnelsyndrom in der Regel noch gut mithilfe konservativer Behandlungsmethoden therapiert werden. Treten die Symptome jedoch über einen Zeitraum von mehreren Wochen immer wieder auf und bleiben dann auch bestehen, kann dies eine Operation erforderlich machen. Natürlich sind immer auch die Beeinträchtigung und der individuelle Leidensdruck der Betroffenen entscheidend. Bei der Operation wird das Karpalband dann durchtrennt, um den Druck auf den Medianusnerv zu beseitigen. Nach der operativen Therapie sind Betroffene in der Regel beschwerdefrei.

Leiden auch Sie unter Kribbeln in den Händen oder schlafen die Hände regelmäßig ein? Werden Ihre Fingerspitzen womöglich regelmäßig taub? Diese Symptome können bereits auf das Karpaltunnelsyndrom hinweisen. Gerne helfen wir Ihnen bei uns im MVZ im Helios weiter, um eine geeignete Therapie zu finden.

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