Ermüdungsbruch – Wenn der Knochen überlastet ist

Intensives Joggen oder Tennisspielen zählen zu häufigen Risikofaktoren, die Knochen zum Zermürben bringen können. Erwischen kann dies grundsätzlich jeden, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Typischerweise erleiden Ermüdungsbrüche aber vorrangig Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase sowie Hobbysportler über vierzig Jahren. Eine Beobachtung, die meine Kollegen und ich im MVZ im Helios als orthopädische Praxis München ebenfalls gemacht haben.

Allein der Verdacht eines Ermüdungsbruchs bedarf einer Trainingspause

Bei einem Ermüdungsbruch, auch als Stressfraktur bezeichnet, handelt es sich um einen Knochenbruch aufgrund einer chronischen Überlastung. Anders als beim „klassischen“ Knochenbruch ist der Knochen bei einer Stressfraktur nicht komplett durchtrennt, sondern das Knochengewebe weist kleine Miniaturbrüche und Haarrisse auf. Dadurch wird der Knochen anfällig für einen vollständigen Bruch. Da sich ein Ermüdungsbruch in der Regel schleichend entwickelt und oft erst einmal eher unspezifische Beschwerden wie Schmerzen bei Belastung und/oder eine Schwellung hervorruft, denken viele zunächst an eine Prellung und trainieren weiter wie gewohnt. Bei einem Ermüdungsbruch ist jedoch eine vollständige Ruhigstellung oberstes Gebot. Bei ersten Anzeichen empfiehlt sich daher dringend eine sofortige Trainingspause sowie ein Besuch beim Orthopäden. Je früher nämlich die Stressfraktur erkannt und behandelt wird, desto kürzer ist die Pause und desto geringer ist die Gefahr für Komplikationen.

Möglichst frühzeitige Diagnose und Therapie

Das Problem bei Ermüdungsbrüchen: Von außen ist eine Stressfraktur in der Regel nicht zu erkennen. Hinzu kommt, dass Betroffene mitunter erst spät zum Arzt kommen, da die Beschwerden anfangs aufgrund der mäßigen Stärke nicht vollumfänglich ernst genommen werden. Doch gerade in dieser Zeit schreitet die Krankheit voran und der Knochen wird immer anfälliger. Schon ein einfacher Spaziergang kann dann zu einem vollständigen Bruch führen. Eine früh gestellte, exakte Diagnose ist aus diesem Grund unerlässlich. Hierfür bietet sich neben einer Röntgenaufnahme auch eine Kernspintomografie (MRT) an. Bei der Therapie hat sich dann das Ruhigstellen mithilfe einer Schiene bewährt. Aber auch Krankengymnastik zählt zu einem wichtigen Behandlungsbaustein, um die Muskulatur zu stärken und Fehlbelastungen zu verhindern. Ebenfalls kann eine Kältetherapie sinnvoll sein sowie der Einsatz niedrig dosierter Ultraschallwellen zur Beschleunigung des natürlichen Heilungsprozesses. Ab und an ist außerdem der Einsatz von nichtsteroidalen Schmerzmitteln erforderlich. Die Fraktur heilt dann in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen aus. Übrigens: Nur selten müssen Ermüdungsbrüche operiert werden.

Rückkehr ins Training

Gibt der Arzt nach einem Ermüdungsbruch wieder grünes Licht, sollte das Training keinesfalls zu schnell aufgenommen werden. Am besten schrittweise und langsam beginnen. Sehr ambitionierte Sportler können die Trainingseinheiten z. B. auch ins Schwimmbad verlegen (Aqua-Jogging), um die Gelenke zu schonen. Zudem gilt: Wer Schmerzen beim Laufen hat, sollte umgehend (!) eine Laufpause einlegen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Ermüdungsbrüche:

  • Den Körper bei sportlichen Aktivitäten nicht überlasten und unbedingt regelmäßige Pausen einplanen
  • Es empfiehlt sich ein individueller Trainingsplan, der eventuell sogar mit einem Sportmediziner abgesprochen wurde. Es gilt nämlich, sprunghafte Umfangsveränderungen im Training unbedingt zu vermeiden.
  • Gut gedämpfte Laufschuhe verwenden
  • Für regelmäßige Läufer macht eine Laufbandanalyse Sinn, um Fehler im Laufstil erkennen und beheben zu können.

Auch Vitamin-D-Mangel scheint eine Rolle zu spielen

Amerikanische Wissenschaftler haben erst kürzlich herausgefunden, dass Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel ein erhöhtes Risiko für einen Ermüdungsbruch haben. Einen Hinweis darauf ergab eine Studie, bei der ein Großteil von Patienten mit Ermüdungsbrüchen einen Serum-Vitamin-D-Spiegel unter 40 ng/ml aufwiesen. Vorrangig betroffen sind zudem Frauen in der Menopause, deren Knochen oft weniger mineralisiert sind. Aber auch Fehlstellungen der Füße, Fehlbelastungen sowie schlecht sitzende Laufschuhe können sich negativ auf die Knochen auswirken und einen Ermüdungsbruch begünstigen.

 

Falls Fragen zu diesem Thema offengeblieben sind, freuen wir uns, diese persönlich bei uns im MVZ im Helios klären zu können.

 

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