Wie entsteht ein Hexenschuss?
Eine ruckartige Bewegung kann genügen – und urplötzlich schießt ein heftiger Schmerz in den unteren Rücken ein. Fast jeder erleidet mindestens einmal in seinem Leben einen Hexenschuss oder Lumbago, wie wir Orthopäden das Krankheitsbild nennen. Die Beschwerden können die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule stark einschränken. Bücken, sich drehen oder sich aufrichten sind dann kaum noch möglich, mitunter fallen selbst Gehen und Stehen schwer. Dadurch nimmt die oder der Betroffene oft automatisch eine gekrümmte oder schiefe Haltung – eine Schonhaltung ein.
Ausgangspunkt ist eine akute schmerzhafte Verkrampfung der Rückenmuskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule. Besonders oft betroffen sind Personen, deren Rumpf- und Rückenmuskeln geschwächt sind – sei es z.B. durch tägliches langes Sitzen, eine Fehlhaltung und/oder Bewegungsmangel. Auch wer unter Verschleißerscheinungen der Bandscheiben, degenerativen Veränderungen der Zwischenwirbelgelenke und anderen Problemen mit der Wirbelsäule leidet, neigt häufiger zu einem Hexenschuss. Zudem können Faktoren wie innere Anspannung, Stress oder Übermüdung begünstigend wirken.
Heftig, aber meist von kurzer Dauer
So ausgeprägt die Hexenschuss-Beschwerden auch sein können: Meist klingen sie innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Unterstützend können Sie Folgendes tun:
* Für erste Entlastung kann die sogenannte Stufenlagerung sorgen. Dabei legt man sich etwa zehn Minuten flach auf den Rücken und lagert die Unterschenkel auf einem Stuhl oder Hocker, sodass Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Danach gilt es, sich langsam aufzurichten und vorsichtig wieder in Bewegung zu kommen.
* Auch Wärme kann lindern. Wärmflaschen, Kirschkernkissen oder Rotlicht fördern die Durchblutung der Rückenmuskulatur und können dazu beitragen, Verspannungen zu lösen. Auch ein rezeptfreies Wärmepflaster aus der Apotheke kommt infrage.
* Wer kann, sollte zudem moderat aktiv bleiben – etwa mit leichten Dehnübungen oder längeren Spaziergängen.
Bringen diese Maßnahmen keine anhaltende Besserung, können Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) eine Option sein. Ohne ärztliche Begleitung sollten sie jedoch nicht länger als drei Tage eingenommen werden.
Wann zum Orthopäden?
Bleiben die Schmerzen unverändert oder werden sie stärker, ist jedoch eine zeitnahe orthopädische Untersuchung ratsam. Besondere Eile ist geboten, wenn die Schmerzen von neurologischen Ausfallerscheinungen wie Ameisenlaufen, Kribbeln und Taubheitsgefühle oder sogar von Lähmungserscheinungen begleitet werden und/oder wenn die Schmerzen ins Bein ausstrahlen. In diesem Fall könnte ein Bandscheibenvorfall die Ursache sein, der den Ischiasnerv reizt oder einklemmt – ein Krankheitsbild, das baldmöglich behandelt werden muss.
Sie haben weitere Fragen zum Hexenschuss? Sie leiden unter anhaltenden oder wiederkehrenden Rückenschmerzen? Gerne beraten wir Sie persönlich. Das Team des OZM Orthopädie Zentrums in München steht Ihnen für Diagnostik und Behandlung zur Verfügung.
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