Hallux valgus und Hallux rigidus – worin besteht der Unterschied?
Hallux valgus oder Hallux rigidus – für Nicht-Medizinerinnen bzw. -mediziner ist nicht immer ganz klar, dass es sich bei den beiden ähnlichen klingenden Bezeichnungen in Wahrheit um zwei vollkommen unterschiedliche Krankheitsbilder handelt. Richtig ist aber auch: Es kommt gar nicht so selten vor, dass beide Erkrankungen gleichzeitig bestehen.
Keine Fußfehlstellung kommt hierzulande so häufig vor wie der Hallux valgus. Charakteristisches Kennzeichen dieser auch als „Ballenzeh“ bezeichneten Deformität: Die Großzehe ist zur Seite hin ausgetreten, der Ballen ist vorgewölbt. Bleibt ein Hallux valgus unbehandelt, kann er eine Reihe von ernsthaften Folgeschäden nach sich ziehen – von anhaltenden Schmerzen im Mittelfuß (Transfermetatarsalgie) bis hin zur Entstehung einer Arthrose im Großzehengrundgelenk, eine Erkrankung, die „Hallux rigidus“ genannt wird.
Schmerzende, steife Großzehe
Ein Hallux rigidus behindert die natürliche Abrollbewegung des Fußes über den großen Zeh, der dann mit Schmerzen reagiert. Vor allem die Bewegung der Großzehe in Richtung Fußrücken ist oft nicht mehr vollständig möglich. Deshalb versuchen viele Betroffene häufig unbewusst, das beeinträchtigte Zehengelenk zu entlasten. Die Folge: Der Fuß wird nun verstärkt über den Außenrand abgerollt. Dadurch kommt es zu einer Veränderung der Belastungszonen, sodass sich mit der Zeit Schmerzen im Außenrand, aber auch im Bereich der anderen Zehengrundgelenke hinzugesellen. Die Entstehung von knöchernen Ausziehungen verschlimmern die Beschwerden, insbesondere wenn feste Schuhe getragen werden. Zudem sind immer wieder aufflackernde Entzündungen mit Rötungen, Schwellungen und einer Überwärmung des betroffenen Gelenks möglich.
Ein Hallux rigidus ist keine Bagatellerkrankung: Bleibt eine Behandlung aus, schränken die Schmerzen die Lebensqualität immer mehr ein. Zudem steift die große Zehe vollständig ein und eine Abrollbewegung des Fußes ist endgültig nicht mehr möglich.
Um das zu verhindern ist es wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen. Denn im Anfangsstadium lassen sich die Beschwerden oft noch mit steifen Einlegesohlen oder speziellen Abrollhilfen lindern.
Machen die Schmerzen dem Betroffenen im fortgeschrittenen Stadium stark zu schaffen, kann es sein, dass ein chirurgischer Eingriff nötig wird. Wenn möglich, wird gelenkerhaltend operiert. Vollständige Schmerzfreiheit gewährleistet eine Versteifungsoperation. Dadurch büßt das Gelenk zwar seine Beweglichkeit ein, jedoch ist es endlich wieder möglich, schmerzfrei zu gehen.
Fortgeschrittener Hallux valgus
Ein operativer Eingriff ist auch die Methode der Wahl, wenn ein fortgeschrittener Hallux valgus so starke Schmerzen verursacht, dass man praktisch keine Schuhe mehr tragen kann. In diesen Fällen ist es meist so, dass ein Hallux valgus nur noch auf chirurgischem Weg so korrigiert werden kann, dass er seine ursprüngliche Position zurückerhält und die natürlichen Verhältnisse im Fuß wiederhergestellt werden. Die Erfolgsquote ist hoch: Laut Studien liegt die Zufriedenheit nach einer Hallux-valgus-Operation bei rund 95 Prozent.
Sie leiden unter einem Hallux valgus oder unter Beschwerden im Fuß, die Sie gern abklären lassen möchten? Sie haben das Gefühl, dass sich Ihre große Zehe an Beweglichkeit verloren hat? Dann wenden Sie sich an uns! Wir vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios helfen Ihnen gern weiter.
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