Wenn die Kniescheibe herausspringt

Die knöcherne Kniescheibe – die Patella – wird deshalb so genannt, weil sie wie eine flache Scheibe direkt vor dem Kniegelenk sitzt. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört es, die Kraft von der vorderen Oberschenkelmuskulatur über die Patellasehne auf den Unterschenkel zu übertragen. Beim Beugen und Strecken gleitet die Patella in einer rinnenförmigen Gleitbahn des Oberschenkelknochens nach oben und unten. Unter bestimmten Umständen kann es passieren, dass die Kniescheibe aus ihrem Gleitlager springt – ein äußerst schmerzhaftes Ereignis, das auch langfristig ungute Folgen haben kann.

Kniescheibenluxation – oft schon in jungen Jahren

Eine herausgesprungene Kniescheibe wird „Kniescheiben-Verrenkung“ oder „Patellaluxation“ genannt. Im Kindes- und Jugendalter ist das Krankheitsbild der häufigste Grund für Kniebeschwerden, verursacht z.B. durch eine Verdrehung des Knies während des Sports oder bei einem Sturz. Dass eine Kniescheibe schon in jungen Jahren immer wieder herausspringt, kann aber auch anlagebedingt sein, etwa weil die Kniescheibe ungewöhnlich hoch liegt, der Bandapparat zu locker oder die knöcherne Gleitbahn zu flach geformt ist. Manchmal ist auch eine ausgeprägte Achsenfehlstellung der Beine, allen voran X-Beine, verantwortlich.

Eine verrutschte Kniescheibe geht nicht nur mit starken Schmerzen einher, sondern oft lässt sich eine Patellaluxation schon von außen durch eine typische Verformung erkennen. Ist die Kniescheibe zur Seite hin nach außen aus der Führungsrinne gerutscht, was sehr häufig vorkommt, lässt sie sich an der Außenseite des Kniegelenks ertasten. Ebenso ist eine deutliche Schwellung möglich. Ist auch der Bandapparat verletzt, ist die Kniescheibe außerdem oft spürbar instabil.

Hohes Risiko für erneute Luxation

Das Motto „einmal gleich kein Mal“ gilt bei einer herausgesprungenen Kniescheibe nicht: Schon nach einer einzigen Luxation neigt die Kniescheibe dazu, erneut herauszuspringen. Und bei jeder weiteren Ausrenkung sind nicht nur die Bänder, sondern auch andere Strukturen des Kniegelenks gefährdet, insbesondere Knorpel und/oder Knochen. Außerdem besteht das Risiko für eine vorzeitige Arthrose.

Chirurgische Stabilisierung

Manchmal genügt es, einige Wochen lang eine spezielle Schiene zu tragen, begleitend ist eine Physiotherapie ratsam. Spätestens, wenn anatomische Auffälligkeiten eine erneute Luxation sehr wahrscheinlich machen, sollte die Kniescheibe jedoch operativ stabilisiert werden – das empfehlen wir auch schon betroffenen Heranwachsenden: Nur so lassen sich die häufig beobachteten und oftmals stark einschränkenden Dauerbeschwerden im Erwachsenenalter verhindern. So kann z.B. ein schlecht ausgebildetes Gleitlager vertieft, ungünstig sitzende Patellasehnen können versetzt oder das zur Stabilisation der Kniescheibe so wichtige innere Kniescheibenband kann mit einer körpereigenen Sehne rekonstruiert werden.

Wenn Ihnen Ihr Knie Probleme bereitet, wenden Sie sich an uns! Wir vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios – MVZ sind spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung sämtlicher Schäden an Meniskus, Kreuzband, Knorpel, Kniescheibe und viele weiteren Beschwerden und Verletzungen des Kniegelenks und helfen Ihnen gern weiter.

 

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