Stoßwellentherapie – oft eine Alternative zur OP

Längst hat die fokussierte Stoßwellentherapie ihren festen Platz in der Orthopädie – obwohl sie ursprünglich zur schonenden Zertrümmerung von Harn- und Nierensteinen entwickelt wurde. Bei welchen Einsatzgebieten sich das Verfahren besonders bewährt hat, erklärt Dr. Felix Söller.

Herr Dr. Söller, was sind fokussierte Stoßwellen?

Dr. Söller: Bei der Stoßwellentherapie kommen stark gebündelte rhythmische Druckwellen zum Einsatz, die den Schallwellen ähnlich sind und von außen (= extrakorporal) in den Körper einwirken. Die Anwendung von Stoßwellen ist seit mehr als drei Jahrzehnten in der Urologie etabliert. Doch hat sich die Stoßwellentherapie auch bei einer Reihe von orthopädischen Erkrankungen bewährt, ihr therapeutischer Effekt ist inzwischen wissenschaftlich belegt.

Welche orthopädischen Erkrankungen sprechen gut auf eine Stoßwellentherapie an?

Dr. Söller: Besonders bewährt hat sich die Methode z.B. zur Linderung von chronischen Schmerzzuständen, die sich im Übergangsbereich von Knochen und Sehnen oder auch im Muskelansatzbereich abspielen. Chronifizierte Schmerzen in diesen Regionen sind einer konservativen Therapie häufig nur schwer zugänglich. Früher war in diesen Fällen dann meist eine Operation notwendig. Mit der Stoßwellentherapie steht jedoch inzwischen eine effiziente nicht-operative Alternative zur Verfügung. Häufige Indikationen sind z.B. chronische Entzündungen der Sehnenansätze im Schultergelenk oder im Sehnenansatz der Unterarm-Streckmuskulatur, wie dies etwa für das Krankheitsbild „Tennisarm“ typisch ist. Bei der Behandlung einer Kalkschulter wird die Methode dazu genutzt, um die oftmals sehr schmerzhaften Kalkdepots, die sich in den Schultersehnen zwischen Oberarmkopf und Schulterdach gebildet haben, mithilfe der Druckwellen zu zerkleinern. Dieser Effekt wird auch zur Behandlung eines schmerzhaften Fersensporns genutzt.

Wie wirkt die Stoßwellentherapie?

Dr. Söller: Die genaue Wirkweise des Verfahrens ist noch nicht endgültig geklärt. Fest steht aber, dass sich unter dem Einfluss der von außen zugeführten gebündelten Schalldruckwellen kalkhaltige Ablagerungen, aber auch Verklebungen, Vernarbungen oder Verwachsungen auflösen und damit die Ursache für Schmerzen und Bewegungsbeeinträchtigungen beseitigt werden können. Zugleich scheint sich das Verfahren günstig auf die Schmerzrezeptoren und den lokalen Stoffwechsel auszuwirken: Die Durchblutung in der behandelten Region wird angeregt, die Schmerzen werden gelindert, das Entzündungsgeschehen wird eingedämmt und die Selbstheilungskräfte des Körpers werden aktiviert. Hiervon profitieren vor allem Patienten, die unter chronisch-schmerzhaften Reizzuständen in knochennahen Weichteilen leiden. Wenn ihre Beschwerden mit konservativen Maßnahmen nicht mehr in den Griff zu bekommen sind und eine Operation im Raum steht, ist die Stoßwellentherapie oft eine schonende, aber wirkungsvolle Alternative.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Dr. Söller: Die Stoßwellentherapie wird ambulant durchgeführt. Zunächst wird auf die zu behandelnde Region Kontaktgel aufgetragen. Dann wird der Stoßwellenkopf für ca. zehn Minuten auf die betroffene Region gerichtet. Die Stoßwellen selbst werden von einem speziellen Gerät erzeugt, an das der Applikator angeschlossen ist. Die Intensität der einwirkenden Schallwellen lässt sich gut auf die individuelle Schmerzempfindung des Patienten abstimmen, sodass wir auf eine örtliche Betäubung meist verzichten können. Anschließend kann der Patient wieder nach Hause gehen und sofort wieder seine gewohnten Tätigkeiten aufnehmen.

Sie interessieren sich für die Stoßwellentherapie? Sie leiden unter einem Tennisarm, einer Kalkschulter oder einem Fersensporn? Dann wenden Sie sich an uns – Ihre Spezialisten vom OZM Orthopädie Zentrum München im Helios!

 

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